Rückkehr der Nager

Sensation nach 300 Jahren: Es gibt wieder Biber in Kassel

Kassel. Mehrere eindeutige Anzeichen weisen darauf hin, dass Biber an der Fulda in Kassel wieder heimisch werden. Mindestens zwei Tiere hätten bis vor Kurzem im Stadtgebiet gelebt.

Das sagt Axel Krügener vom Regierungspräsidium (RP) Kassel. Ein Biber war kürzlich verendet, von einem weiteren sind jetzt neue Spuren gefunden worden.

Es sei davon auszugehen, dass weitere Tiere folgen, sagt Axel Krügener. Dann dürften auch mehr gefällte Bäume in Uferbereichen zu sehen sein. Spuren von mindestens einem weiteren Biber seien an der Diemel bei Liebenau im Kreis Kassel entdeckt worden. Hinweise auf Biberaktivitäten lägen auch in den Kreisen Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg vor.

Für Fachleute ist die steigende Zahl in Kassel und Umgebung eine Sensation. Seit mehr als 300 Jahren galt der Nager als ausgestorben. Ende der 80er-Jahre waren 18 Tiere im Ostspessart ausgewildert worden. Seitdem steigt die Population, in Nordhessen gab es vereinzelt Sichtungen. Im gesamten Regierungsbezirk Kassel wird die Zahl der Biber auf etwa 60 geschätzt. Der Großteil lebt im Raum Fulda.

Ende 2013 waren in Kassel erstmals Spuren eines Bibers an den Waldauer Kiesteichen entdeckt worden. Doch schon im darauffolgenden Frühjahr habe es keine Hinweise mehr gegeben, sagt Krügener.

Anfang August 2014 hatten zwei Angler bei Fuldatal-Wilhelmshausen ein Tier gesehen. Kurz danach, im Spätsommer, sei ein toter Biber am Auedamm aus der Fulda gefischt worden, sagte Krügener. Damals habe man davon ausgehen müssen, dass die Tiere hier so schnell nicht heimisch werden. Nun entdeckte ein Naturfotograf eindeutige Spuren an mehreren Bäumen an den Waldauer Kiesteichen.

Für Krügener sind die neuen Hinweise Beleg dafür, dass zuletzt mindestens zwei Tiere im Stadtgebiet lebten: „Wir hatten den ersten toten Biber, und es wird trotzdem weitergenagt.“

Von Claas Michaelis

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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