Gerät hat bis zu fünf Kilometer Reichweite

Dedrone: Neuer Funksensor aus Kassel kann Drohnen auch in großer Entfernung erkennen

Der neue Funksensor RF-360 des Kasseler Drohnenabwehrspezialisten Dedrone
+
Der neue Dedrone-Funksensor erkennt und ortet Drohnen und Fernsteuerungen anhand ihrer Funksignale in bis zu fünf Kilometern Entfernung.

Der Kasseler Drohnenabwehr-Spezialist Dedrone hat einen neuen Funksensor entwickelt, der die unbemannten Flugobjekte anhand ihrer Funksignale auch in großer Entfernung erkennen kann.

Kassel - Droht ein Drohnenangriff, dann ist es wichtig, die Gefahr frühzeitig zu erkennen, damit die Sicherheitsteams genug Zeit haben zu reagieren. Der Kasseler Drohnenabwehr-Spezialist Dedrone hat jetzt einen neuen Funksensor entwickelt, der die unbemannten Flugobjekte anhand ihrer Funksignale auch in großer Entfernung und in Gebieten mit hoher Funkauslastung erkennen, klassifizieren und lokalisieren kann.

Das neue Gerät mit dem Namen „RF-360“ hat eine durchschnittliche Reichweite von zwei Kilometern, unter idealen Bedingungen bis zu fünf Kilometer für bestimmte Drohnen. „Drohnenaktivitäten frühzeitig zu detektieren, orten und analysieren ist der Schlüssel zu effektiven Schutzmaßnahmen“, erklärt Jörg Lamprecht, Aufsichtsratsvorsitzender von Dedrone. „Durch die erhöhte Reichweite ermöglicht der neue Funksensor eine längere Reaktionszeit.“

Sensor lokalisiert Fernsteuerung der Drohne

Der Sensor, der das Signal zwischen Drohne und Fernsteuerung empfängt, lokalisiert die Drohne und deren Fernsteuerung und stellt sie auf einer Karte dar. Durch die größere Reichweite sind für größere Gebiete wie Flughäfen, Städte, Industrieparks oder Kraftwerke zudem weniger Sensoren zur Abdeckung notwendig.

Das Kasseler Unternehmen hat das sieben Kilogramm schwere Gerät auch für Umgebungen mit hoher Frequenzbelegung optimiert. In Städten oder auf Flughäfen sind viele Funksignale aktiv, unter anderem durch Mobilfunkmasten, Mikrowellen-Antennen oder Radarsysteme. Der neue Sensor filtert Dedrone zufolge diesen „Lärm“ und erkennt die Kommunikationssignale von Drohnen. „Er detektiert auch in der Nähe von Funkmasten und anderen möglichen Störquellen zuverlässig die Signale von Drohnen“, so Lamprecht. Laut Dedrone kann der Sensor auch auf Fahrzeugen neben Hochleistungsradaren eingesetzt werden.

Schnell installiert und betriebsbereit

Außerdem kann das Gerät Dedrone zufolge schnell installiert und in Betrieb genommen werden. Dazu verfügt es über den Mobilfunkstandard LTE und das satellitengestützte Navigationssystem GPS. Sobald der Sensor aktiviert ist, verbindet er sich mit der Dedrone Cloud. Auf diesem entfernten Server werden die Daten, die der Sensor liefert, verarbeitet und ausgewertet. Innerhalb weniger Minuten soll der Kunde so mit der Luftraumanalyse beginnen können. Eine zusätzliche IT-Infrastruktur ist nicht erforderlich. Es braucht lediglich einen Stromanschluss.

Das Drohnenabwehrsystem von Dedrone wurde zum Schutz von Unternehmern, Veranstaltungen und kritischen Infrastrukturen entwickelt. Dazu zählen etwa Flughäfen, Kraftwerke, Gefängnisse und Regierungsgebäude. Das Unternehmen beschäftigt an seinen Standorten in Kassel, San Francisco, Sterling und London insgesamt 90 Mitarbeiter, 53 davon in Kassel. (Nicole Schippers)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.