1. Startseite
  2. Kassel

Uni Kassel forscht: Künstliche Intelligenz steckt in Ahler Wurscht

Erstellt:

Von: Claudia Feser

Kommentare

Kann Künstliche Intelligenz Metzgern bei der Herstellung der nordhessischen Spezialität, der Ahlen Wurscht, helfen? In Kassel wird dazu geforscht.

Kassel – Die Uni Kassel arbeitet dafür mit der Landfleischerei Koch aus Calden zusammen, die die Ahle Wurscht in diesem Jahr bereits documenta-tauglich machte. Ein Jahr lang begleitet die Künstliche Intelligenz den Reifeprozess in der Reifekammer in Calden und sammelt Daten: Wie schwer ist die Wurscht zu welchem Zeitpunkt, wie hoch sind der pH-Wert und die Luftfeuchtigkeit, wann gibt der Metzger Luft zu, indem er ein Fenster in der Kammer öffnet?

„Die Künstliche Intelligenz soll ein Jahr lang lernen, wie die Reifung funktioniert“, erklärt Immanuel König vom Fachbereich Informatik, „das wird keine Auswirkungen auf den Geschmack haben.“ Das Ziel sei keineswegs, den Menschen, also den erfahrenen Metzger, zu setzen, sondern das Handwerk zu unterstützen, indem die KI den hohen Qualitätsstandard der Wurst erlernt.

Uni Kassel: Reifeprozess von Ahler Wurscht mit Künstlicher Intelligenz erforschen

Sensoren werden an den Regalen und an den Würsten angebracht, um beispielsweise Temperatur, Wassergehalt und Luftfeuchtigkeit zu messen. „Dadurch bekommen wir auch ganz viele Daten über das, was wir aus jahrelanger Erfahrung machen“, sagt Metzgermeisterin Katharina Koch.

Fleischermeisterin Katharina Koch steht auf dem Bild in dem sogenannten Wurstehimmel. Dort werden die Ahlen Worschte gereift.
Katharina Koch ist Fleischermeisterin und Chefin der Landfleischerei Koch in Calden. © Privat

Denn das Aroma einer Ahlen Wurscht sei von vielen Faktoren abhängig wie Wetter, Lehm in der Wurstekammer, Gewürzmischung und Erfahrung des Metzgers. „Dreimal am Tag muss ein Metzger in die Reifekammer gehen und die Würste überprüfen.“ Die Mitarbeiter mit ihrem Fachwissen würden durch den Einsatz der KI „nie wegfallen“. Gleichwohl könnten sie bei der Arbeit unterstützt werden. Und die KI hilft beim Fachkräftemangel.

Professor Klaus David, der an der Uni das Fachgebiet Kommunikationstechnik leitet, stellt klar: „Es wird keine autonome Wurst geben, aber es kann ein Assistenzsystem wie beim Auto geben, das auf Fehler, Probleme und notwendige Handlungen wie mehr Luftzufuhr hinweist.“ (Claudia Feser)

Auch interessant

Kommentare