Vereine sollten Einzugsermächtigungen rasch umstellen – Geldwirtschaft hilft

Sepa: Hausbank fragen

Dirk Correus, der Sepa-Fachmann der Kasseler Sparkasse.

Kassel. Ungeachtet der Ankündigung der EU-Kommission, die Übergangsfrist für das neue einheitliche Zahlungsverfahren in Europa, Sepa, um ein halbes Jahr verlängern zu wollen, sollten gerade auch Vereine und deren Kassierer Lastschriften rasch umstellen.

Der Grund: Die Fristverlängerung muss ein kompliziertes Gesetzgebungsverfahren auf EU- und nationaler Ebene in allen 28 betroffenen Staaten durchlaufen, und viele Experten glauben, dass dies in den verbleibenden 18 Tagen bis zum nach wie vor geltenden Umstellungstermin 1. Februar unmöglich ist.

„An der Rechtslage hat sich bis zu diesem Moment nichts geändert. Also stellen Sie rasch um“, appelliert der Sepa-Fachmann der Kasseler Sparkasse, Dirk Correus, an die Verantwortlichen. Anderenfalls könnten die Vereine ihre Mitgliedsbeiträge nicht mehr im Lastschriftverfahren einziehen. Die Geldwirtschaft leiste jede erdenkliche Hilfe. Was Sepa ist und was Vereine und deren Kassierer tun müssen, lesen Sie nachfolgend.

?Wofür steht Sepa überhaupt?

!Die Abkürzung steht für Single Euro Payments Area – zu Deutsch: einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum.

?Warum wird das neue Verfahren eingeführt?

!Ziel war und ist es, die zum Teil sehr unterschiedlichen nationalen Zahlungsverkehre in Europa zu vereinheitlichen. Die EU-Kommission in Brüssel hofft, dass Zahlungen und Transfers mit Sepa schneller, günstiger, effizienter und transparenter werden.

?Was müssen Vereine als Erstes tun?

!Sie müssen sich unter www.bundesbank.de eine sogenannte Gläubiger-Identifikationsnummer, kurz Gläubiger-ID, bei der Bundesbank besorgen. Das ist sozusagen der Ausweis, der zur Sepa-Teilnahme berechtigt. Ohne den geht gar nichts. Die Gläubiger-ID ist personen- und nicht kontogebunden. Bei einem Bankwechsel gilt die einmal vergebene Nummer weiter.

?Auf welchen Namen lautet die Gläubiger-ID bei Vereinen?

!Auf den Namen des Kontoinhabers, also in der Regel des Vereins. Läuft das Konto über den Namen des Kassierers, lautet die Gläubiger-ID auch auf diese Person. Bei einem Kassiererwechsel muss eine neue ID beantragt werden.

?Welche Verträge muss der Verein/Kassierer für die Sepa-Umstellung schließen?

!Das ist ein sehr komplexes Thema. Das Beste ist: zur Hausbank gehen, die weiß Bescheid und hilft weiter.

?Welche Konverter, also Umwandler, sollten für die Umstellung der Konten verwendet werden?

!Idealerweise die, die auf den Homepages der Hausbanken angeboten werden. Achtung: Finger weg von unbekannten Anbietern – die Sepa-Umstellung hat auch viele Betrüger angelockt. Und auch hier gilt: im Zweifel die Hausbank kontaktieren.

?Da wäre noch die Mandatsreferenz: Was ist das, wie bekommt man sie, und was macht man mit ihr?

!Sie ist ein eindeutiges Kennzeichen des Zahlungspflichtigen, sprich des Vereinsmitglieds. Vergeben wird sie vom Kassierer. Sie ist ein- bis 35-stellig und kann nur aus Zahlen oder aus einer Kombination mit Buchstaben bestehen. Bei der Systematik ist jeder Verein frei. Die und die Gläubiger-ID müssen jedem Mitglied in einem Schreiben mitgeteilt werden. Idealerweise sollte dies mit einem Musterbrief verbunden werden, den alle Sparkassen und Banken auf ihren Internet-Seiten anbieten. Mit diesem informieren Vereine/Kassierer über die Umwandlung der alten Einzugsermächtigung ins neue sogenannte Sepa-Mandat. Und auch hier gilt: Bei Problemen die Hausbank fragen. Die tut alles, damit die Umstellung bis zum 1. Februar gelingt. (jop)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.