Sparkassen und Banken appellieren an Betriebe, umzustellen

Sepa: Institute helfen

Kassel / Baunatal. Trotz der möglichen Verlängerung der Übergangsfrist für die Umstellung auf das europäische Zahlungssystem Sepa auf den 1. August appelliert die Kasseler Sparkasse an Betriebe, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen. Zwar seien 90 Prozent der Lastschrift- und 98 Prozent der Abbuchungsverfahren bereits umgestellt, aber es gebe noch immer Firmen, die nichts unternommen hätten.

„Betriebe, die mit vielen Lastschriftverfahren arbeiten und nicht beizeiten umstellen, können zeitweise vom Geldfluss abgeschnitten werden und in Existenznöte geraten“, warnte Sparkassensprecher Michael Krath. „Lassen Sie sich helfen, wir stehen bereit“, sagt auch Dirk Correus. Der Sepa-Fachmann der Kasseler Sparkasse zweifelt im Übrigen an einer Fristverlängerung.

Der Grund: EU-Parlament und Ministerrat müssen entsprechende Beschlüsse fassen und danach auch 28 nationale Regierungen. „Ich glaube nicht, dass dies in 20 Tagen zu schaffen ist“, meint er. Und wenn doch, seien neue Probleme programmiert. Denn dann müssten allein in Deutschland Millionen zum 31. Januar gekündigter Lastschriftverträge neu geschlossen werden. „Ein Wahnsinnsaufwand“, so Correus. Ginge es nach der Kasseler Sparkasse, solle am 1. Februar festgehalten werden. „Wir sind bereit.“

Auch die Raiffeisenbank in Baunatal fühlt sich für die Sepa-Einführung Anfang Februar gut gerüstet. „Wir haben alles gemacht, was zu machen war“, erklärte Vorstandschef Claus-Rüdiger Bauer. Auch in seinem Haus seien die Zahlungsverfahren zu über 90 Prozent umgestellt. „Wir erwarten keine Schwierigkeiten.“ Er lehnt eine Fristverlängerung ebenfalls ab.

Auch die Bundesregierung hat vor einer Fristverlängerung gewarnt. Das Bundesfinanzministerium erklärte in Berlin, zumindest im größten Mitgliedsland mit den meisten Überweisungen sei der Aufschub unnötig.

Von José Pinto

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