Nachwuchs weit vorn auf Liste

SPD setzt auf Schnell: Parteitag wählt Kandidaten für Kommunalwahl

Sie bilden das Spitzenquartett der Kasseler SPD für die Kommunalwahl 2016: Patrick Hartmann (von links), Petra Friedrich, Dr. Günther Schnell und Dr. Hasina Farouq. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Dr. Günther Schnell ist der Spitzenkandidat der Kasseler SPD bei der Kommunalwahl im März 2016. Die 124 Delegierten beim Unterbezirksparteitag wählten den 53-jährigen Verwaltungsrichter mit 117 Ja-Stimmen bei fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Das entspricht einer Zustimmung von 93 Prozent.

„Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis“, sagte Schnell. Das klare Ziel der SPD sei es, wieder die stärkste Fraktion in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung zu werden.

Chance für Jüngere

Unter den 75 Kandidaten auf der Liste sind 30, die nicht älter als 40 Jahre sind. Zwei von ihnen schafften es sogar unter die ersten vier. Ohne Diskussionen im Vorfeld ging das wohl nicht über die Bühne. Doch beim Parteitag gab es keine Debatten mehr. Hinter Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich startete Fraktionsgeschäftsführer Patrick Hartmann auf Platz drei durch. Der engagiert sich neben der Kommunalpolitik auch seit Jahren im Kasseler Karneval. Die 28-jährige Dr. Hasina Farouq ergänzt das Spitzenquartett. Die Juristin hat afghanische Wurzeln und ist bislang bei den Jusos aktiv.

Ohne Frankenberger

Erstmals seit 31 Jahren war der längjährige Fraktionschef Uwe Frankenberger nicht mehr auf der Liste vertreten. Als Stadtverordneter hört der 60-Jährige im Frühjahr 2016 auf, als Landtagsabgeordneter (bis 2019) und Unterbezirksvorsitzender bleibt er der SPD erhalten.

Artikel aktualisiert am 12.10.2015 um 14.05 Uhr

Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) nutzte sein Grußwort zu einem flammenden Appell. Kassel habe sehr gute Voraussetzungen dafür, die aktuellen Herausforderungen in der Flüchtlingsfrage zu meistern. „Wir haben ein Integrationsgen“, sagte Hilgen. Er verwies auf die Hugenotten, die hier heimsich wurden, auf Tausende von Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg, auf Gastarbeiter, denen Kassel ebenfalls zur Heimat wurde. Den Flüchtlingen, die jetzt kommen, biete man Gastfreundschaft, fordere aber auch etwas. „Sie müssen begreifen, dass sie in ein demokratisches Land kommen, in dem Grundrechte gelten“, sagte Hilgen. Ebenso wie die deutsche Sprache müsse man das vom ersten Tag an lernen.

Die Delegierten beim Parteitag sammelten für Flüchtlinge. Unter anderem sollen Socken und warme Unterwäsche gekauft werden.

Als Stichworte für die Kommunalwahl nannte Spitzenkandidat Dr. Günther Schnell den Wohnungsbau, eine bessere Kooperation mit dem Landkreis im Schulbereich sowie die weitere Ansiedlung von Firmen zum Beispiel auf dem Langen Feld. In der Verkehrspolitik setze man auf ein Nebeneinander von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern. Der Umbau der Altmarktkreuzung zeige, dass das gut möglich sei. Die SPD spricht sich zudem klar für einen Verbleib der Straßenbahn und Regiotram in der Königsstraße aus.

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