Szenedisko Spot ist dicht - Betreiber: „Es hat sich nicht mehr rentiert“

Kassel. Gäste standen vor verschlossener Tür, selbst das Personal war nicht informiert. Die unangekündigte Schließung der Szenediskothek Spot in Kassel sorgte für großes Erstaunen. Erst nach fünf Tagen war Betreiber Werner Schneider für eine Stellungnahme zu erreichen.

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Der lange gute Sommer habe der Diskothek arg zugesetzt, sagte Schneider auf Anfrage unserer Zeitung. „Es hat sich einfach nicht mehr rentiert.“ Dem Handelsregister beim Amtsgericht Kassel ist zu entnehmen, dass das Spot bis zum 30. September zwei andere Geschäftsführer hatte: Nicole Behling und Schneiders Sohn Mirjan, beide wohnhaft in Guxhagen. Erst zum 1. Oktober hat Werner Schneider, der ebenfalls in Guxhagen wohnt, den Geschäftsführerposten übernommen. Und die Diskothek geschlossen.

Party-Veranstalter in Not

Philipp Hofmann, der mit Freunden in regelmäßigen Abständen im Spot die „Club e-lectribe“-Partys veranstaltet hat, wirft Schneider vor, dass er mit der überraschenden Schließung nicht nur das Ende der erfolgreichen Veranstaltung in Kauf genommen hat, sondern auch den finanziellen Ruin der Veranstalter.

Für die nächste Party, die am 16. Oktober im Spot hätte stattfinden sollen, habe man mit Luke Slater bereits einen Diskjockey aus England gebucht, der mehrere tausend Euro kostet und auch schon über tausend Euro in die Werbung gesteckt.“ – Hofmann: „Wir haben Schneider noch vor dem Sommer gefragt, ob wir für den Herbst Veranstaltungen im Spot planen können und er hat ‚Ja’ gesagt.“

Schneider zeigt sich davon nicht sonderlich berührt. „Die haben mich im Sommer auch nicht mit einer ihrer Partys unterstützt.“ Vielleicht kann der nächste „Club e-lectribe“ sogar zum geplanten Termin seine Party im Spot veranstalten. Laut Schneider gibt es „mehrere Interessenten, die den Laden sofort wieder aufmachen wollen.“

Wer das ist, das wollte Schneider nicht sagen. „Das ist Sache des Vermieters.“ Nach Informationen der HNA ist Michael Viehmann, Betreiber des Red Rooms an der Weißenburgstraße, als neuer Pächter im Gespräch.

Abschied auf Internetseite

Darauf möchten sich zwei andere Diskjockeys nicht verlassen. Christoph „Chris“ Stiens und Matthias „Matze“ Braun, Veranstalter der „Scream“-Partys im Spot, haben kurzerhand die Konsequenzen gezogen. Sie verabschieden sich von ihren Fans am kommenden Samstag, 9. Oktober – im Musiktheater. Eigentlich hätte eine Scream-Party am vergangenen Samstag im Spot stattfinden sollen.

Und mittlerweile verabschiedet auch das Spot auf seiner Internetseite.. „Wir bedanken uns für die schöne Zeit mit Euch“, ist dort zu lesen.

Schneider betreibt zwei weitere Gastronomie-Objekte in Kassel: die Stadt-Bar an der Treppenstraße und das Hennings an der Frankfurter Straße. Beide bleiben nach seinen Angaben „von den Geschehnissen um das Spot unberührt.“(wd)

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