Im Prozess um Anlagebetrug hat Wirtschaftsstrafkammer zwei Anwälte angeordnet

Zur Sicherheit zwei Verteidiger

Langer und aufwändiger Prozess: Das Gericht hat 47 Verhandlungstage anberaumt. Foto:  Herzog

Kassel. Vier Angeklagte, zwei Staatsanwälte, drei Richter, zwei Schöffen, ein Sachverständiger und acht Verteidiger: Der Saal 130 im Kasseler Justizzentrum an der Frankfurter Straße ist voll besetzt, wenn derzeit die dritte Kammer als Wirtschaftsstrafkammer verhandelt.

47 Verhandlungstage

Es ist ein großer Prozess mit 47 Verhandlungstagen und 317 Zeugen. Es geht um 192 Kapitalanleger der Kasseler EFB-Nova GmbH, die um mehr als 4,9 Millionen Euro betrogen worden sein sollen.

Staatsanwaltschaft und Gericht haben kein Interesse daran, dass solch ein aufwändiger Prozess mittendrin platzt. Aus diesem Grund habe die Wirtschaftsstrafkammer angeordnet, dass jedem Angeklagten ein Pflichtverteidiger beigeordnet wird, sagt Horst-Ulrich Schönhofen, Sprecher des Kasseler Landgerichts. Das bedeutet, dass jeder der vier Angeklagten neben seinem Wahlverteidiger auch noch einen Pflichtverteidiger hat.

Sollte der Wahlverteidiger wegen Krankheit, Urlaub oder aus anderen Gründen ausfallen, kann der Pflichtverteidiger einspringen. Zwischen zwei Verhandlungstagen dürfen nämlich nicht mehr als drei Wochen liegen. Ansonsten platze das Verfahren, sagt Schönhofen.

Ein Verteidiger sei notwendig bei Verfahren, bei denen es um ein Verbrechen gehe, der Angeklagte eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr zu erwarten habe oder das Verfahren von besonderer Bedeutung sei.

Kosten trägt der Verlierer

Die Kosten für die Pflichtverteidiger fielen unter die Verfahrenskosten. Und die müssen im Falle einer Verurteilung die Angeklagten tragen. Bei einem Freispruch werden die Verfahrenskosten aus der Staatskasse gezahlt.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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