Nach Reportage über Amazon

Personal von Sicherheitsfirma bei d13 unhöflich

Bernd Leifeld

Kassel. Mitarbeiter der Kasseler Sicherheitsfirma H.E.S.S. sollen auch bei der documenta 13 durch „rabiate Methoden“ aufgefallen seien. Das berichtete der Hessische Rundfunk (HR).

Der Hessische Rundfunk (HR) berichtet, dass Mitarbeiter der Kasseler Sicherheitsfirma H.E.S.S. auch bei der documenta 13 durch „rabiate Methoden“ aufgefallen seien. Ähnlich wie dessen Personal bei den Amazon-Leiharbeitern vorgegangen sei, über die der HR berichtet hatte.

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Documenta-Geschäftsführer Bernd Leifeld bestätigt auf HNA-Anfrage, dass es Beschwerden während der d13 über den Sicherheitsdienst gegeben habe. Leifeld stellt aber klar, dass es bei den Beschwerden allein um die Höflichkeit der Mitarbeiter gegangen sei. Keinesfalls hätte die Kritik der d13-Gäste auf einen rechtsradikalen Hintergrund der H.E.S.S.-Mitarbeiter hingedeutet. Der HR hatte berichtet, dass einige der Mitarbeiter Verbindungen in die rechte Szene haben sollen.

Die Sicherheitsleute hätten sich in vielleicht fünf bis zehn Fällen im Ton vergriffen, sagt Leifeld. Etwa dann, wenn Gäste zum Beispiel vor dem Weinberg-Bunker nicht ihren Helm aufgezogen hätten. Daraufhin sei dem Dienstleister mitgeteilt worden, dass dieser Stil nicht angemessen sei.

„Wir hatten dem Unternehmen angedroht, unseren Vertrag aufzulösen, wenn die Probleme nicht abgestellt würden“, sagte Leifeld. Bei der Drohung sei es aber geblieben. Die Firma H.E.S.S. sei die einzige von insgesamt vier beauftragten Sicherheitsfirmen gewesen, mit deren Mitarbeitern es zu Problemen gekommen sei. Allerdings hätten die anderen Firmen teils schon Erfahrung mit Einsätzen auf der documenta gehabt.

Patrick Hensel, Geschäftsführer der Firma, die im Internet inzwischen als Hensel Security firmiert, relativiert die Kritik des HR. Es habe maximal 30 Beschwerden gegeben - bei 860 000 documenta-Gästen sei dies nichts Ungewöhnliches.

Immerhin handele es sich nur um ein Bruchteil der Besucher. Manche Gäste hätten etwa die Helmpflicht im Weinberg schlicht nicht akzeptiert. Deshalb hätten seine Mitarbeiter in fünf Fällen verbale Auseinandersetzungen führen müssen, sagt Hensel.

Nachdem die documenta GmbH die Kritik an sein Unternehmen herangetragen habe, sei eine neue „Umgangsstrategie mit den Kunden“ beschlossen worden. So habe man etwa uneinsichtige Besucher auch ohne Helm in den Weinberg gelassen.

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