Solarprojekte in Entwicklungsländern

Kasseler CDW-Stiftung bringt Strom in die Welt

Seit 2015 im westafrikanischen Senegal engagiert: Sarah Link von der Kasseler CDW-Stiftung im Gespräch mit einem lokalen Projektpartner.
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Seit 2015 im westafrikanischen Senegal engagiert: Sarah Link von der Kasseler CDW-Stiftung im Gespräch mit einem lokalen Projektpartner.

Die Kasseler CDW-Stiftung treibt nicht nur in Kassel und Nordhessen die Energiewende voran und fördert Kunst und Kultur. Auch in Entwicklungsländern ist die vor zehn Jahren von den SMA-Gründern ins Leben gerufene Stiftung aktiv.

Kassel - Dabei konzentriert sich die Stiftung auf die Energieversorgung abgelegener ländlicher Regionen. Sie hat bereits mehrere Dörfer mit Strom versorgt, die weit abseits des öffentlichen Stromnetzes liegen. Mit dem Strom kommt die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in Gang.

Aktuell engagiert sich die CDW-Stiftung schwerpunktmäßig im zentralamerikanischen Belize und im westafrikanischen Senegal, aber auch in Thailand hat sie kürzlich durch die Mitfinanzierung eines Solarbootes ein bislang isoliertes Dorf an Schulen und Märkte angeschlossen.

Seit 2012 hat die CDW-Stiftung insgesamt 10,2 Millionen Euro in Projekte investiert. Der Großteil davon kam der Region Nordhessen zugute. Es war aber von Anfang an Ziel der Stiftung, auch international Entwicklungen zu ermöglichen.

Ein Solarboot bindet ein Dorf an: CDW-Stiftung half bei der Finanzierung in Thailand.

„Neben unserem Engagement in Nordhessen wollen wir den Strom dort hinbringen, wo er sonst nicht ankommt. So stoßen wir in abgelegenen ländlichen Regionen die sozioökonomische Entwicklung an. Unser Fokus liegt dabei neben einer Versorgung der Privathaushalte auf der dezentralen Energieversorgung für Kleinbetrieben“, sagt Sarah Link, Geschäftsführerin der Stiftung.

Für 2021 stehen 2,4 Millionen Euro für die Projektarbeit zur Verfügung. Davon knapp 900 000 Euro für internationale Projekte.

Nur über den Ausbau des Marktes im abgelegenen ländlichen Raum könne es den lokalen Betreibern gelingen, ausreichend Geldflüsse zu generieren, um den langfristigen und wirtschaftlichen Betrieb der Solaranlagen zu gewährleisten, so Link. „Die Menschen vor Ort brauchen das Know-how und die Technik, um die Anlagen über viele Jahre eigenständig betreiben zu können. Das ist einer der entscheidenden Knackpunkte für die Nachhaltigkeit eines solchen Projektes“, sagt Link.

Seit 2016 in Belize tätig: Die CDW-Stiftung hat bereits zwei ländliche Dörfer in dem mittelamerikanischen Land mit einer dezentralen Stromversorgung ausgestattet.

In der Praxis sieht das dann so aus, dass vor Ort lokale Genossenschaften die Fotovoltaikanlagen betreiben. Sie verlangen für die Versorgung einen Stromtarif, um mit dem Geld die Anlage unterhalten und bei Bedarf instandsetzen zu können. Durch den Strom wird es etwa möglich, dass Agrarprodukte wie Tomaten gekühlt werden können, um sie auf den Märkten zu verkaufen. Ohne Kühlung wird ein Großteil der Ernte schlecht.

Grundsatz ist es, dass alle Erfahrungen, die die Stiftung weltweit sammelt, mit anderen Partnern geteilt werden. „So können Erfolgsmodelle überall auf der Welt umgesetzt werden“, erläutert Link. Der Bedarf ist riesig. Noch sind fast 800 Millionen Menschen auf der Erde ohne Strom. (Bastian Ludwig)

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