Zwei Bosnier sollen in 19 Häuser in Kassel, Hofgeismar, Baunatal und Vellmar eingebrochen sein

Sie kamen meist abends: Duo steht wegen Einbruchsserie vor Gericht

Kassel. Und wieder stehen Männer vor einem Kasseler Gericht, die zahlreiche Einbrüche in der Region begangen haben sollen. Diesmal müssen sich zwei Bosnier verantworten.

Etwa ein halbes Dutzend Einbrecherbanden ist von den Kasseler Gerichten in den zurückliegenden Monaten abgeurteilt worden. Fast immer waren die Täter vom Balkan oder aus Osteuropa eigens für die Hauseinbrüche angereist.

Diesmal stehen zwei 23 und 44 Jahre alte Männer aus Bosnien-Herzegowina vor der 5. Strafkammer des Landgerichts. Sie sollen 19 Mal in Häuser und Wohnungen meist in Kassel, aber auch in Hofgeismar, Baunatal und Vellmar eingebrochen sein und Diebesgut im Wert von 80.000 Euro erbeutet haben.

Beide sitzen derzeit in der JVA in Wehlheiden in Untersuchungshaft. Sie sind festgenommen worden, nachdem sie bei einem der Einbrüche gefilmt worden waren. Außerdem konnten ihnen Fußabdrücke und DNA-Spuren an den Tatorten zugeordnet werden. Staatsanwältin Sabrina Meier listete in ihrer Anklage zum Prozessauftakt am Donnerstag die Einbrüche auf, die alle einem ähnlichen Schema folgten.

Meist haben die beiden unscheinbaren Männer, die geduckt auf der Anklagebank kauerten, den Nachmittag und die frühen Abendstunden als geradezu klassische Einbruchszeit während der dunklen Jahreszeiten zwischen Dezember 2014 und Februar 2016 gewählt.

Der Ältere war schon häufiger zu den Beutezügen nach Kassel gekommen und hatte im Oktober 2015 seinen jüngeren Kumpan zur Verstärkung mitgebracht. Als Operationsbasis diente ihnen eine Wohnung in Kassel, in der bei ihrer Festnahme zahlreiche Gegenstände aus den Einbrüchen sichergestellt wurden. Den erbeuteten Schmuck hatten sie meist sofort verkauft.

Die Einbruchsserie startete im Dezember 2014, als die Männer über ein gekipptes Fenster in die Erdgeschosswohnung in einem Mehrfamilienhaus in Kassel eingestiegen sind. Dort stahlen sie 24 Uhren im Wert von 9000 Euro. In Hofgeismar ließen sie einen kleinen Tresor mitgehen, in dem sich eine Münzsammlung und Uhren im Wert von 11 500 Euro befanden.

Manchmal scheiterten sie auch an den gut gesicherten Häusern, meist aber war der Einstieg über Kippfenster, zerschlagene Scheiben oder aufgehebelte Balkontüren einfach. Manchmal erbeuteten sie nur wenige Euro, mitunter aber auch hohe Bargeldsummen zwischen 5000 bis 7000 Euro.

Die größte Beute machte das Duo am 12. Februar dieses Jahres, als es aus einem Einfamilienhaus in Kassel Schmuck im Wert von 30.000 Euro stahl.

Umfangreiches Verfahren

Auf die 5. Strafkammer mit Richter Jürgen Stanoschek an der Spitze kommt einmal mehr ein großes Verfahren zu: 17 Verhandlungstage sind angesetzt, 31 Zeugen sollen bis Ende März vernommen werden. Große Hoffnungen, dass das Verfahren durch eine Verständigung zwischen Verteidigung und Anklage deutlich verkürzt werden könnte, macht sich Stanoschek nicht.

Die öffentliche Verhandlung wird am Freitag, 9. Dezember, um 9 Uhr im Saal D 130 fortgesetzt. Dann sollen die ersten Zeugen vernommen werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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