Das Paar fasziniert das Publikum

Sie schwingt die Peitsche: Die Flic-Flac-Artisten Fred und Bert lieben sich

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Leidenschaft für den Zirkus: Fréderique und Bert stellen im Flic-Flac-Zelt spannungsgeladene Charaktere dar. Äpfel spielen tragende Rollen. Im wahren Leben sind sie ein Liebespaar. Unser Foto wurde auf dem Riesenrad des Weihnachtsmarkts aufgenommen.

Kassel. Das belgische Artistenpaar Bert und Fred fasziniert das Publikum  im Flic-Flac-Zelt in Kassel derzeit mit Spannung, Spitzenakrobatik und Komik. Wir trafen sie privat.

Bert muss immer herhalten. Wenn Fred mit wippendem Pferdeschwanz und in hochhackigen Schuhen in die Manege tritt und mit der Peitsche knallt, dann ruft sie erstmal mit durchdringender Stimme nach ihrem Partner. Denn der muss mit seinem Kopf (oder auch anderen Körperteilen) als Zielscheibe für ihre martialischen Demonstrationen zur Verfügung stehen. Berts sanft-devotes „Okay“ ist inzwischen zum Markenzeichen geworden und ein Running Gag, nicht nur in der Zirkus-Schau, sondern auch darüberhinaus.

Das belgische Artistenpaar Bert Loenders (27) und Fréderique Snoeks (31) sind im aktuellen „Flic-Flac-Festival der besten Artisten“ mit ihrem unverwechselbaren Auftritt, einer Mischung aus Spannung, Spitzenakrobatik und Komik, echte Hingucker. „In Wirklichkeit bin ja ich die Schüchterne und Bert ist dominant“, sagt Fred und grinst, dass ihre Grübchen in den Wangen nur so aufblitzen. Nein, nein, auch das sei nur ein oft zitierter Gag und die nicht ernst gemeinte Antwort, wenn Leute fragten: Seid ihr in Wirklichkeit auch so? Im wahren Leben sei sie durchaus die Temperamentvolle und Bert derjenige, der nicht aus der Ruhe zu bringen ist.

Der Auftritt von Bert & Fred war ursprünglich gar nicht als komische Nummer angelegt. Erst als jemand meinte: „Das ist ja super-witzig“, wurden die Figuren der Domina mit dem duldsamen Bert herausgearbeitet.

Schon als Jugendliche haben beide in Freizeit-Zirkussen Akrobatik, Jonglage und mehr erlernt, Acts einstudiert und später Straßentheater gespielt. Irgendwann war es um sie geschehen. Die Leidenschaft für den Zirkus und die Liebe zueinander waren entbrannt. Seitdem sie zusammen auf der Zirkusschule im holländischen Tilburg eine Akrobatenausbildung gemacht haben, ziehen sie als Artisten durch Europa.

Dabei war ihnen das Faible fürs Zirzensische nicht in die Wiege gelegt worden. Beide stammen aus gutbürgerlichen Familien, und Fred hat, bevor sie auf der Zirkusschule angenommen wurde, eine Ausbildung zur Polizistin gemacht.

Die Eltern hätten auf die Entscheidung der Zirkusverliebten erst mal geschluckt. Doch dann, so Fred, „haben wir von ihnen die volle Unterstützung bekommen.“

Diese Nestwärme sei wichtig. „Das gibt uns Kraft und Energie.“ Weshalb sie sich auch heute gleich nach der Schau auf die Autobahn begeben, um nach Belgien zu fahren, wo sie Heiligabend mit ihren Familien feiern. Sie liebten das Tingeln, die Freiheit als Künstler. Deshalb organisieren sie sich auch selbst und lassen sich nicht von Produktionen über einen langen Zeitraum binden. Gleichwohl zählen große Namen wie Flic-Flac, Roncalli oder GOP-Varieté-Theater zu ihren regelmäßigen Engagements. Gleichzeitig sind Bert und Fred verwurzelt. In Antwerpen haben sie sich gerade ein Haus gekauft, das sie in den nächsten Jahren renovieren wollen. „Ein kleines Haus mit einem großen Hangar, wo künftig Zirkus gespielt werden kann“, sagt Bert.

www.bert-fred.com

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