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Grüne landen Personal-Coup: Nicole Maisch soll Dezernentin werden

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Von: Matthias Lohr

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Ehemalige Bundestagsabgeordnete: Die Grünen-Politikerin Nicole Maisch soll Nachfolgerin von Ulrike Gote als Dezernentin werden.
Ehemalige Bundestagsabgeordnete: Die Grünen-Politikerin Nicole Maisch soll Nachfolgerin von Ulrike Gote als Dezernentin werden. © Andreas Fischer/NH

Bislang war Nicole Maisch als mögliche Herausforderin von Oberbürgermeister Christian Geselle im Gespräch. Nun soll die Grüne aber Gesundheitsdezernentin werden.

Kassel – Mehr als drei Monate nach dem überraschenden Wechsel der Kasseler Gesundheitsdezernentin Ulrike Gote nach Berlin haben die Grünen eine Nachfolgerin gefunden. Wie unsere Zeitung erfuhr, soll die ehemalige Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch die Nachfolge von Gote antreten, die im Dezember als Senatorin der rot-grün-roten Koalition in der Hauptstadt vorgestellt worden war.

Weder Maisch noch Grünen-Fraktionschef Steffen Müller wollten die Personalie gestern bestätigen. Die 40-Jährige soll am Mittwochabend bei der digitalen Kreismitgliederversammlung als Kandidatin vorgestellt werden. Dem Vernehmen nach hat sich Maisch in der Findungskommission der Partei gegen eine weitere Bewerberin durchgesetzt.

Die Grünen-Mitglieder müssen sie nun auffordern, sich offiziell zu bewerben. Anschließend muss sich Maisch im Wahlvorbereitungsausschuss der Stadt vorstellen – ebenso wie mögliche weitere Kandidatinnen. In der Stadtverordnetenversammlung soll im April abgestimmt werden.

Dass die Mutter von vier Kindern im Rathaus die Verantwortung für die Bereiche Jugend, Frauen, Gesundheit und Bildung übernehmen soll, kommt für viele überraschend. Erst im vorigen Jahr war die gebürtige Hanauerin als ehrenamtliches Magistratsmitglied in die nordhessische Kommunalpolitik zurückgekehrt. Zuvor war sie von 2007 an zehn Jahre lang Bundestagabgeordnete.

Beobachter der heimischen Politik hatten ihre Rückkehr als Zeichen gewertet, dass Maisch sich warmlaufen könnte, um bei der Wahl 2023 gegen Oberbürgermeister Christian Geselle anzutreten. Ob sie den Amtsinhaber auch als Dezernentin herausfordern würde, ist unklar. Geselle wusste gestern nichts von der Personalie. Der HNA sagte der Sozialdemokrat: „Als Oberbürgermeister arbeite ich mit jeder Dezernentin und mit jedem Dezernenten professionell zusammen. Ich respektiere jede Mitbewerberin und jeden Mitbewerber bei der OB-Wahl.“

Von der Opposition gab es Lob und Kritik. Der Linken-Stadtverordnete Mirko Düsterdieck war bislang davon ausgegangen, dass Maisch OB-Kandidatin werde, wie er sagte. Das sei nun nur noch schwer vorstellbar: „Damit haben sich die Grünen ein Stück weit politisch kastriert. Wen wollen sie jetzt aufstellen? Nicole Maisch wäre die einzige gewesen, die dem Oberbürgermeister hätte gefährlich werden können.“ (Matthias Lohr)

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