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Kliniken in Kassel bitten um Bedacht bei Umgang mit Feuerwerk

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Von: Anna Weyh

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Das Böllerverbot aus Pandemiezeiten ist wieder aufgehoben. Doch die Kliniken und die Stadt Kassel rufen dazu auf, das Zünden von Raketen zu überdenken.

Kassel – Das Böllerverbot aus Pandemiezeiten ist zum bevorstehenden Jahreswechsel wieder aufgehoben. Ab Donnerstag, 29. Dezember, dürfen Raketen und Böller wieder verkauft werden. Da der Gebrauch von Feuerwerk Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser immer wieder vor große Herausforderungen stellt, bittet neben den Kliniken auch die Stadt Kassel nun, das Böllern zu überdenken.

Feuerwerk in Kassel
Feuerwerk in Kassel © Pia Malmus

„Aufgrund der negativen Auswirkungen, die für Mensch, Tier und Umwelt mit Raketen einhergehen, möchten wir dafür werben, auf das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zu verzichten“, sagen Kassels Ordnungsdezernent Dirk Stochla und Umweltdezernent Christof Nolda.

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Durch das Böllerverbot sei die Zahl der durch Feuerwerk Verletzten in den Krankenhäusern zuletzt um rund zwei Drittel gesunken. Das teilt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mit. Allein die Zahl der Schwerstverletzten, die stationär behandelt werden mussten, habe sich von bundesweit 96 am 1. Januar 2019 und 111 im Jahr 2020 auf 32 am 1. Januar 2021 verringert.

Dr. Thomas Fischer Ärztl. Geschäftsführer Klinikum
Dr. Thomas Fischer Ärztl. Geschäftsführer Klinikum © Fischer, Andreas

„Die Krankenhäuser und ihre Notaufnahmen wurden deutlich entlastet“, sagt DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß. Dies sei aktuell besonders wichtig, da die Kliniken durch die derzeitige Grippewelle und den hohen Krankenstand unter Mitarbeitenden bereits stark belastet seien. Das bestätigen auch die Kliniken in Stadt und Kreis Kassel. Die Krankenhäuser fordern kein generelles Böllerverbot, sie appellieren aber an die Menschen, verantwortungsvoll und vorsichtig mit Feuerwerk umzugehen.

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Auch Dr. Thomas Fischer, ärztlicher Geschäftsführer des Klinikums Kassel, betont: „Sicherheitsabstände müssen beim Zünden von Raketen unbedingt eingehalten werden. Nach dem Konsum von Alkohol sollte man komplett auf das Böllern verzichten.“ Es drohen sonst starke Verbrennungen, vor allem an den Extremitäten oder im Gesicht, so der Mediziner. Besonders Kinder sollten laut Fischer möglichst weit von Böllern ferngehalten werden. (Anna Weyh)

Auch im Kreis Kassel appellieren die einzelnen Kommunen an die Vernunft und hoffen auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Pyrotechnik.

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