Professor konstruierte das Programm

Simulator für den neuen Flughafen Kassel-Calden

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Fliegen wie in echt: Prof. Dr. Albert Claudi von der Universität Kassel an dem Flugsimulator Kassel-Calden, für den er das Programm entwickelt hat. Die Animation kommt der Wirklichkeit überzeugend nahe.

Kassel / Calden. Wir sitzen im Fieseler Storch. Der Propeller läuft, die Startfreigabe vom Tower ist da. Wir rollen über die 2500 Meter messende Startbahn des Flughafens Kassel-Calden. Die Bahn ist viel zu lang für den Fieseler Storch. Uns reichen etwas über 50 Meter - Dank Flugsimulator.

Dann heben wir ab, Richtung Westen. Eine Linkskurve bringt uns über den alten Platz. Weiter geht’s über das neue Terminal und den Tower. Der Himmel ist blau, die Aussicht grandios.

Wir sitzen natürlich nicht im Fieseler Storch, und die Startbahn des neuen Flughafens wird auch erst am 4. April freigegeben. Wir befinden uns im Arbeitszimmer von Prof. Dr. Albert Claudi, der seit 2000 an der Universität Kassel forscht und lehrt. Der Elektrotechniker hat in seiner Freizeit einen Flugsimulator für den neuen Flughafen Kassel-Calden konstruiert. Und so sitzt man vor dem heimischen Computer, denkt aber, in einem Flugzeug zu sein, das in Calden startet und landet.

Vor zweieinhalb Jahren fand der erste Kontakt zwischen Prof. Albert Claudi und Caldens Flughafen-Chef Jörg Ries statt. Im Gespräch stellten beide fest, dass es damals noch keine 3 D-Animation für den neuen Flughafen gab. Das sollte sich ändern. Jörg Ries schickte Pläne und Daten vom neuen Airport, und Prof. Claudi setzte sich zu Hause an seinen Computer. Zweieinhalb Jahre und nicht gezählte Stunden dauerte es, bis das Simulationsprogramm stand. Und nun kann jeder von zu Hause den Flughafen anfliegen.

Die Simulation ist täuschend echt. Mit Pedalen bedient Prof. Claudi das Seitenruder, mit der linken Hand gibt er Gas, mit dem Joystick in der Rechten steuert er das Flugzeug. Egal ob es der legendäre, in Kassel gebaute Fieseler Storch ist, eine kleine Cessna oder eine große Boeing - mit dem Simulator kann man Kapitän diverser Maschinen sein. Voraussetzung: Man hat den Flugsimulator von Microsoft heruntergeladen.

Wer am Simulator perfekt ist, kann möglicherweise tatsächlich ein Flugzeug fliegen. Prof. Albert Claudi, der keinen Pilotenschein besitzt, hat es bewiesen: Im Beisein eines Fluglehrers landete er eine kleine Sportmaschine auf dem alten Platz in Calden.

Tipps für Profis:

Alles über den Flugsimulator findet man auf der Seite

www.microflight.de

Die Add-on-Szenerie für den Microsoft Flugsimulator FSX zum Download:

www.avsim.com

www.flightsim.com

Auf Youtube gibt es mittlerweile Videos über simulierte Starts und Landungen einer Boeing 737-800 auf Caldens neuem Flughafen.

Von Frank Thonicke

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