Mythos oder Wahrheit?

Sind diese 5 Stress-Mythen wahr?

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Stress ist eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf herausfordernde Situationen – egal, ob privat oder beruflich. Ist der Stress nach einem vollen Arbeitstag schon gesundheitsschädlich, kommt Stress nur in unserer modernen Welt vor und macht Stress vielleicht sogar schlank?

Die AOK Hessen räumt mit fünf gängigen Stress-Mythen auf und erklärt, was wirklich dran ist an den Tipps und vermeintlichen Weisheiten.

Auf aok-erleben.de gibt die AOK Hessen viele Tipps für stressige Situationen und erklärt, was wirklich hinter dem Zustand „Stress“ steckt.

Mythos 1: Stress macht schlank

Falsch! Zwar vergessen manche Menschen, in Stresssituationen zu essen, schlank werden sie deswegen aber nicht unbedingt. Durch Stress wird vermehrt das Hormon Kortisol ausgeschüttet, das den Stoffwechsel verändert und die Fetteinlagerung begünstigt – vor allem im Bauch- und Taillenbereich, also dort, wo das Fett besonders schädlich für die Gesundheit ist. Zusätzlich zur hormonellen Ausnahmesituation greifen gestresste Menschen in Belastungssituationen häufig zu ungesunden Lebensmitteln und Speisen mit einem hohen Kohlenhydrat- oder Fettanteil.

Mythos 2: Stress ist immer schädlich

Das ist nicht richtig! Die Hormonausschüttung in belastenden Situationen – egal, ob privat oder im Berufsleben – ist eine natürliche Reaktion, die den Menschen früher das Überleben sicherte. In Stresssituationen sind wir hellwach, reaktionsschnell, fühlen uns leistungsfähiger und gut. Dieser positive Stress wird auch Eustress genannt und durch die Ausschüttung bestimmter Hormone wie zum Beispiel Dopamin, Serotonin oder Endorphin ausgelöst. Sobald Stress aber chronisch wird und die Stresshormone nicht mehr vom Körper abgebaut werden, sondern in ihm zirkulieren, sprechen Experten von Disstress, der schädlich für die Gesundheit ist.

Mythos 3: gegen Stress hilft nur Entspannung

Nach einer stressigen Woche im Büro oder mit den Kindern hilft nur noch ein entspannendes Wannenbad. Falsch! Wer ständig unter Strom steht, kann sich nicht auf Knopfdruck durch ein warmes Bad oder eine einmalige Meditation entspannen. Das bei Stress ausgeschüttete Hormon Kortisol macht uns unruhig und aggressiv. Bewegung und Ablenkung, zum Beispiel in Form von guten Gesprächen, helfen viel besser als Entspannung auf Befehl.

Mythos 4: Stress lässt sich vermeiden

Um Stress zu vermeiden, gibt es viele gut gemeinte Ratschläge. Die Aussage, dass sich Stress vermeiden lässt, ist trotzdem falsch. Ob wir stressigen Situationen ausgesetzt werden, können wir häufig gar nicht beeinflussen. Unangenehme Geräusche wie Baulärm oder Straßenverkehr lassen unseren Körper Stresshormone ausschütten.
Aber auch in positiven Situationen, zum Beispiel bei einem Date, gerät unser Körper in Stress.

Mythos 5: Stress ist ein Phänomen des 20. Jahrhunderts

E-Mails, ständige Erreichbarkeit über das Smartphone und Zeitdruck: Stress ist ein Phänomen der modernen Gesellschaft. Falsch! Stress ist ein uralter Überlebensmechanismus. Durch die Ausschüttung großer Mengen Adrenalin und Kortisol stellt sich der Körper blitzartig auf eine Notfallsituation ein: Flucht oder Angriff.
Der Puls beschleunigt, der Blutdruck steigt und Funktionen, die in diesem Moment nicht überlebensnotwendig sind, zum Beispiel die Verdauung, werden gedrosselt.
Stress ist also keine Erfindung der Neuzeit.

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