Feier der Handwerkskammer: Nachwuchs gewinnt immer mehr an Bedeutung

110 sind nun Meister

Briefe mit goldenem Rahmen: Die frischgebackenen Meister (Im Vordergrund die Friseurinnen) freuten sich in der Kundenhalle der Sparkasse nicht nur über ihre Urkunden. Denn anschließend gab es für alle ein leckeres Buffet. Foto: Dilling

Kassel. 16 000 Betriebe, 85 000 Beschäftigte und acht Milliarden Euro Umsatz: Das Handwerk sei eine „regionale Wirtschaftsmacht“, die sein Institut gern unterstütze, sagte Ingo Buchholz, Vorstandschef der Kasseler Sparkasse, während der Meisterfeier der Handwerkskammer Kassel am Samstag in der Kundenhalle der Bank.

Diese Macht benötigt aber nach Ansicht von Kreishandwerksmeister Bernd Peter Doose noch stärker als bisher die schützende Hand des Staates: Angriffe der europäischen Gemeinschaft auf die deutsche Meisterausbildung müssten abgewehrt werden, genauso wie die Schwarzarbeit von Billigarbeitern aus den östlichen Nachbarstaaten. Der Steuerbonus für Handwerksleistungen müsse zumindest auf gleichem Niveau bleiben, wenn nicht gar ausgeweitet werden. Auch der wirtschaftlichen Betätigung der öffentlichen Hand sollten Grenzen gesetzt werden, sagte Doose.

Vom Gastredner, dem Justiz- und Europaminister Jörg-Uwe Hahn, gab es Rückenwind. Die Landesregierung werde den Kommunen künftig „lange Leine lassen“ und die Möglichkeit von freien Vergaben von Aufträgen ausweiten. Das könnte dem regionalen Handwerk bessere Chancen vermitteln als Ausschreibungen.

Erfolgsmodell

Im Übrigen sähen auch viele europäische Staaten die Handwerksausbildung, ein Nebeneinander von Praxis im Betrieb und Theorie in der Berufsschule, als Erfolgsmodell an. Das sogenannte duale System stehe in Europa ständig auf der Tagesordnung. „Viele Länder haben Interesse“, sagte Hahn. Hessen werde demnächst Lettland beim Aufbau dieses Systems helfen.

Die Meisterfeiern gewinnen im Kammerbezirk nicht nur wegen des drohenden Fachkräftemangels immer mehr an Bedeutung: Von den 16 000 Betrieben suchten 3000 in den nächsten acht Jahren einen Nachfolger, sagte Heinrich Gringel, Präsident der Handwerkskammer Kassel. Die neuen Meister haben die Chance, dort einzusteigen. (pdi) Archivfotos:  Koch/nh

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