Es kommen auch ungewöhnliche Anfragen an

Beschwerdetelefon des Hessentags: Wo sind schöne Männer?

Fast zu jeder Zeit erreichbar: Noah Skiba, Katrin Kilian, Jutta Bierwirth (hinten, von links) und Kirsten Nitter (vorn). Foto: Ludwig

Kassel. Parkplatzprobleme, schlecht ausgeschilderte Toiletten, Krach zur Schlafenszeit: Wenn auf dem Hessentag mal etwas nicht klappt, dann bekommen es Kirsten Nitter und ihre Kollegen vom Ordnungsamt zu hören.

Sie sitzen am Beschwerdetelefon des Hessentages, das fast rund um die Uhr besetzt ist. Aber auch Witziges gibt es zu erleben: So rief eine Besucherin an, um den Mangel an schönen Männern zu beklagen. Dieser Anruf sorgte für Lacher im Büro des Ordnungsamtes. „Eine junge Frau meldete sich bei mir und beschwerte sich, dass es auf dem Friedrichsplatz nicht einen schönen Mann gebe“, erzählt Nitter. Die Frau vom Ordnungsamt reagierte schlagfertig. Sie sagte ihr, sie solle mal auf dem Königsplatz nachsehen.

Aber nicht nur die Sorgen pubertierender Jugendlicher werden am Beschwerdetelefon bearbeitet. Im Schnitt melden sich täglich – das Telefon ist zwischen 9 und 2 Uhr nachts besetzt – etwa 50 Hessentagsbesucher mit zum Teil handfesten Problemen.

Krach auf Karlswiese stört

Zu den regelmäßigen Anrufern zählten Bewohner der Unterneustadt, die sich von der Geräuschkulisse des Rummels auf der Karlswiese gestört fühlten, sagt Kathy Käferstein, die das Beschwerdetelefon koordiniert. Bei solchen Lärmklagen schicke das Ordnungsamt einen Mitarbeiter, der vor Ort prüfe, ob es tatsächlich zu laut ist. Auch nachts (wochentags nach 23 Uhr, am Wochenende nach 24 Uhr) sei noch eine Geräuschkulisse bis 55 Dezibel (normale Gesprächslautstärke) erlaubt.

Kathy Käferstein

In fünf Fällen hat das Ordnungsamt Lärmmessungen vorgenommen. Viermal war es nach Mitternacht tatsächlich etwas zu laut. „Rund um das Auestadion gab es trotz der Konzerte noch keine Beschwerde über Lärm“, sagt Käferstein. Lediglich aus der Innenstadt habe es einige wenige Anrufe von Hoteliers gegeben, die für ihre Gäste um mehr Ruhe gebeten hätten. Zweites großes Thema am Telefon ist der Verkehr: So seien etwa Anwohner der Neuen Fahrt und der Wolfsschlucht teilweise verärgert, weil sie wegen der Sperrungen nicht ihre Parkplätze anfahren könnten. Insgesamt bereite der Verkehr aber weniger Sorgen als gedacht, sagt Käferstein.

Die Hinweise der Gäste seien oft hilfreich. So seien daraufhin etwa die Toiletten in der Innenstadt besser ausgeschildert worden und bei Leitungen, die sich als Stolperfallen entpuppten, nachgebessert worden.

Montagnacht hat Nitter einen Anrufer verblüfft, als sie noch um halb eins den Hörer abnahm. „Der fragte mich, ob ich tatsächlich am Telefon sei oder nur eine Bandansage. Ich sagte ihm, ich bin echt.“

Von Bastian Ludwig

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