Tipps zur sparsamen Nutzung von elektrischer Energie

Das sind die Stromfresser im Haushalt - und so sparen Sie Strom

Platz 1: Computer, Drucker, Faxgerät, Netzteile, WLAN-Router und viele Signallämpchen verbrauchen im Haushalt am meisten Strom: Anteil 12,9 Prozent.

Kassel. Der Stromverbrauch in Deutschland steigt wieder leicht an. In Kassel dagegen ist der Verbrauch gleich geblieben.

Ein durchschnittlicher Haushalt hat nach Angaben der Städtischen Werke 2015 wie 2016 rund 2800 Kilowattstunden Strom gebraucht. Jahrelang war diese Zahl stetig gesunken. 2007 hatten die Kasseler Haushalte durchschnittlich noch 3200 Kilowattstunden verbraucht.

Mit Hilfe des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft und der Fachleute der Stadtwerke haben wir eine Rangliste der Stromfresser erstellt. Überraschend dabei: Große Haushaltsgeräte stehen dort längst nicht mehr an der Spitze. Die Waschmaschine ist heute so sparsam geworden, dass sie gar nicht mehr auf den ersten zehn Plätzen auftaucht.

Stefan Welsch

„Wasch- oder Spülmaschinen, Kühlschränke oder Leuchtmittel sind heute viel effizienter als noch vor 20 Jahren. Aber wir haben immer mehr Geräte im Haus, die Strom verbrauchen – und sie werden größer“, erklärt Stefan Welsch, Vorstand der Städtischen Werke und für den Energievertrieb zuständig. So würden beispielsweise Router den ganzen Tag Strom ziehen, Fernsehgeräte seien doppelt so groß wie früher und noch dazu würden heute in Haus oder Wohnung mehrere TV-Geräte stehen und seien meist auch in Betrieb.

Platz 2: Auf einen Anteil von 11,9 Prozent des durchschnittlichen Haushalts-Verbrauchs bringen es Fernsehgeräte, Musikanlagen und Lautsprecherboxen.

Hinzu kämen kleinere Geräte wie Smartphones, Laptops oder Tablets, die sich in Summe auch bemerkbar machten. Welsch appelliert: „Wir wollen niemand den technischen Fortschritt ausreden. Aber man kann mit seinem Verhalten sehr leicht den Verbrauch senken.“

Der Kühlschrank müsse nicht auf höchster Stufe laufen, der Router nachts oder wenn man tagsüber arbeitet nicht funken, und auch die Wasch- und Spülmaschine säuberten bei niedrigen Temperaturen ordentlich. „Viel wichtiger aber ist, beim Kauf nachzudenken, was man wirklich braucht und ob nicht eine Nummer kleiner ausreicht“, rät Welsch.

Auch weiterhin sparsam mit elektrischer Energie umzugehen, gilt Fachleuten als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Energiewende. Strom soll künftig nicht mehr mit Atomkraft, Kohle, Öl oder Gas in Kraftwerken gewonnen, sondern mit Hilfe von Wind, Sonnenergie, Wasserkraft und in Biogasanlagen erzeugt werden.

Platz 3: Ebenfalls mit 11,9 Prozent schlägt die elektrische Warmwasserbereitung zu Buche. Wird Wasser ausschließlich mit Strom erhitzt, sind es 27,7 Prozent.

Die Städtischen Werke bieten seit zehn Jahren mit ihrem Naturstrom aus skandinavischen Wasserkraftwerken ökologisch unbedenklichen Strom. „Viel gewichtiger ist aber das Engagement für den Ausbau der erneuerbaren Energien“, sagt Welsch. Mittlerweile sei der Kasseler Versorger an vier leistungsstarken Windparks und an fünf Biogasanlagen beteiligt. Die Stadtwerke betreiben zudem ein kleines Wasserkraftwerk an der Fulda, Fotovoltaik-Anlagen und ein Biomasseheizkraftwerk. Dennoch, betont Welsch, sei ein sparsamer Energieeinsatz unerlässlich: „Es ist gut, dass unser Strom aus erneuerbaren Quellen kommt, aber noch besser ist, wenn Energie erst gar nicht verbraucht wird.“ Das entlaste die Umwelt und das Portemonnaie.

Die weiteren Plätze:

  • Platz 4: Mit 10,4 Prozent Anteil ist der Kühlschrank der viertgrößte Stromfresser im Haushalt. Wer die Temperatur auf sieben oder acht Grad stellt, spart Strom.
  • Platz 5: 5: Auf die Beleuchtung entfallen 9,7 Prozent des Stromverbrauchs im Durchschnittshaushalt, das ist der fünfte Platz auf der Stromfresser-Liste.
  • Platz 6: Neun Prozent des Stroms werden für Kochen und Backen verbraucht. Alte Herdplatten brauchen mehr Strom als ein modernes Ceran- oder Induktionskochfeld.
  • Platz 7: Staubsauger und weitere Elektro-Kleingeräte wie Toaster oder andere Küchenhelfer im Haushalt verbrauchen rund 7,7 Prozent des Stroms.
  • Platz 8: Ein elektrischer Wä- schetrockner schluckt im Durchschnitt 6,6 Prozent des Stroms. Auf der Leine trocknen Sonne und Wind die Wäsche kostenlos.
  • Platz 9: auf der Verbrauchsskala geht an die elektrische Umwälzpumpe der Heizungsanlage, die rund sechs Prozent Anteil am gesamten Stromverbrauch hat.
  • Platz 10: 5,1 Prozent Anteil am gesamten Stromverbrauch hat das Geschirrspülen. Eine Maschine braucht übrigens weniger Wasser und Strom als das Spülen von Hand.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.