Asta gibt Buch zu 40 Jahren studentischer Hochschulpolitik an der Uni Kassel heraus

Sitzstreik und ein Misthaufen

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Gemeinsame Herzensangelegenheit: (von links) Miriam Lotto, Sebastian Weise-Kusche und Jana Preuß sind die Herausgeber des Buchs über 40 Jahre studentische Hochschulpolitik an der Uni Kassel.

Kassel. „Damals in den 70ern war alles freier, wilder und direkter. Man musste kreativ sein, um etwas zu bewirken.“ So erinnert sich Reinhold Weist (58) an seine Zeit als Asta-Vorsitzender der Uni Kassel.

Damals gab es eine Aktion, bei der vier Tonnen Mist vor den Amtssitz des damaligen Kultusministers Hans Krollmann (SPD) gekippt wurden. So wollten sich die Studenten für Michael Daxner als Uni-Präsident einsetzen. Solche und ähnliche Erinnerungen finden sich in einem kürzlich erschienenen Buch über studentische Hochschulpolitik an der Uni Kassel.

Gerade hat die Hochschule ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Grund auch für die Allgemeine Studierendenschaft (Asta), daran zu erinnern, wie sich ihre Arbeit entwickelt hat. „Deshalb haben wir das Buch herausgebracht, um auch den kommenden Studentengenerationen zu zeigen, was die Studierenden an der Uni Kassel bewegt haben“, sagt Sebastian Weise-Kusche, der bis Anfang März Asta-Vorsitzender war.

Was alles bewegt wurde und vor welchen Problemen die Studenten in diesen Jahren standen, wird in dem Buch von 14 Autoren beschrieben. So entsteht ein Eindruck, wie sich seit Gründung der damaligen Gesamthochschule die aktive Mitarbeit der Studenten verändert hat. „Es ist spannend zu sehen, mit welchen Problemen früher gekämpft wurde und wie sich die Einflussmöglichkeiten der Studenten verbessert haben. Das haben wir auch den Aktiven der ersten Stunde zu verdanken“, sagt Weise-Kusche.

Proteste gegen unfaire Lehrpläne in den 70ern und 80ern und in jüngerer Zeit die Demonstrationen für die Abschaffung der Studiengebühren waren nur einige Aktionen, die in dem Sammelband Niederschlag finden.

Auch Reinhold Weist, ehemaliger Landtagsabgeordneter der Grünen und heute Referent von Oberbürgermeister Bertram Hilgen, berichtet darin über seine Zeit im Asta und die positiven Folgen für seine berufliche Laufbahn. Rückblickend sagt er: „Es ist gut, wenn man über den Tellerrand blickt, denn nur dann kann man auch etwas für sich selbst und seine Zukunft lernen.“

„Studentische Hochschulpolitik für die Universität Kassel: 40 Jahre zwischen Bildungsprotest und Verteidigung der politischen Studierendenvertretung“, Verlag Kassel University Press, 9 Euro.

Von Martin Graf

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