Student will in Indien Skate-Park zum Üben aufbauen

Freut sich auf Indien: Jan Marthiensen, Vorsitzender des Kasseler Skateboardvereins Mr. Wilson, geht für zwei Monate nach Indien, um dort Rampen zu bauen und Jugendlichen das Skateboardfahren beizubringen. Fotos: Holscher

Kassel/Mumbai. Überfüllte Straßen, hupende Rikschas und mittendrin einige heilige Kühe. Wer an Indien denkt, stellt sich in dem Menschengetümmel nicht unbedingt noch Skateboard fahrende Jugendliche vor.

„Aber die Inder haben richtig Bock aufs Skaten“, sagt Jan Marthiensen. Der Vorsitzende des Skateboardvereins Mr. Wilson fliegt am Dienstag als eine Art Entwicklungshelfer für die Skateboard-Szene in das 1,2 Milliarden Menschen zählende Land.

„Skaten in Indien ist nicht so einfach“, sagt der 23-jährige Jan Marthiensen. Es gebe kaum Plätze und Bahnen zum Fahren. „Nicht mal einen Laden haben die da“, wo man Achsen, Boards und anderes Zubehör kaufen könne. Das soll sich nun ändern.

Zwei Monate in Indien

Der Physikstudent wird mit 14 Skatern für zwei Monate nach Bangalore, Mumbai und andere Städte reisen. Dort wird er Rampen bauen, einen Laden mit Zubehör einrichten und Jugendlichen den Sport nahe bringen. „Die Szene steckt da noch in den Kinderschuhen.“

Zwei Freunde von einem Skateboardverein aus Hannover entwickelten diesen Plan während ihres Indien-Urlaubs. Sie lernten dort Jugendliche kennen, die ebenfalls auf vier Rädern unterwegs waren. Das Problem: Skateboards seien in Indien nicht gerade billig und deshalb für die Normalbevölkerung kaum erschwinglich. Da es keine lokalen Läden gebe, müssen die Sachen teuer aus den USA importiert werden. Bisher sei der Sport eher was für die reichere Schicht. Deswegen möchten sie helfen. „Skaten verbindet einfach“, sagt der 23-Jährige.

Inzwischen sind auch große Firmen wie der Jeanshersteller Levis auf die Idee aufmerksam geworden und unterstützen das Projekt mit 35 000 Euro. „Davon werden wir den Aufbau des Skateparks in Bangalore finanzieren“, sagt Jan Marthiensen. Ein Grundstück sei schon gefunden. Nach Indien unterwegs ist auch schon eine Tonne Skateboardzubehör, das deutschlandweit für den Laden gespendet worden ist, der in einem Container am Skaterpark entstehen soll. Die von Levis gesponserten Werkzeuge bleiben auch nach der Reise in Indien. „Wir wollen, dass die Leute die Rampen selbst bauen können.“

Er selbst ist Spezialist für Rampenbau und hat bereits eine eigene kleine Firma gegründet. Den Ausbau der Kasseler Mr. Wilson Skatehalle hat er mitgeplant und umgesetzt.

Als Kind war Jan Marthiensen mit seinem ersten Supermarkt-Skateboard unterwegs, als er in einem Dorf nahe Lübeck wohnte. „Das war mein Transportmittel.“ Erst später habe er mit Tricks und Sprüngen angefangen. Die wird er auch in Indien zeigen.

„Wenn die Anlage in Bangalore fertig ist, reisen wir mit Bussen durch das Land, um noch mehr Rampen zu bauen und Skateboarder zu treffen.“

Von Max Holscher

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