Idee von Studentinnen stößt auf Skepsis bei Städtischen Werken

Skaten statt Schwimmen im Hallenbad Ost?

Skaterplatz würde Bettenhausen beleben: Johanna Fritz (22, links) und Mareike Iven (23) können sich eine solche Anlage vor dem Hallenbad Ost (im Hintergrund) vorstellen. Foto: Dilling

Bettenhausen. Seit fast fünf Jahren steht das frühere Hallenbad Ost leer. 2007 zogen die letzten Schwimmer in dem denkmalgeschützten Gebäude ihre Bahnen. Zwei Studentinnen haben nun eine Idee entwickelt, wie man das Hallenbad künftig nutzen kann.

Die beiden angehende Landschaftsarchitektinnen, die an der Uni Kassel studieren, Johanna Fritz und Mareike Iven, haben im Rahmen einer Projektarbeit jetzt vorgeschlagen, das Bad in ein Zentrum für junge Skateboarder umzufunktionieren. „Die Straßenbahn hält vor der Tür. Das ist ideal“, sagt Fritz.

Es gebe genug Jugendliche in Bettenhausen, die gern skaten, aber keine geeignete Anlage hätten, sagt Iven. Ein Skaterparcours lasse sich „mit geringen Materialkosten“ einbauen, sagen Iven und Fritz. Ein völlige Neugestaltung des Bads, die wegen des Denkmalschutzes problematisch sei, werde sicher viel teurer.

Alternativ schlagen die Studentinnen vor, das Hallenbad als Vereinsheim zu nutzen und für die Jugendlichen auf dem Vorplatz des Bades eine mobile Skaterrampe aufzubauen. Die Vereine könnten sich an den Reparatur- und Unterhaltungskosten für das Bad beteiligen, schlägt Fritz vor. Das entlaste die Stadt. Der Besitzer des Bades, die Kasseler Vekehrs- und Versorgungs-GmbH steht der Idee sehr skeptisch gegenüber. Die Idee einer kulturellen Nutzung sei „durchaus charmant“, sagt deren Pressesprecher Ingo Pijanka. Das Gebäude könne aber derzeit aus Sicherheitsgründen überhaupt nicht benutzt werden, sagt deren Pressesprecher Ingo Pijanka. Die Absicherung des maroden Dachs des Bades koste allein 500 000 bis eine Million Euro. Außerdem fehlten für größere Versammlungen die Fluchtwege, deren Einrichtung weiteres Geld koste. Momentan reiche dieses gerade mal, um den weiteren Verfall des Gebäudes zu verhindern. Schließlich müsse man mit dem Außengelände vorsichtig umgehen, weil dort ein Ensemble aus Beuys-Bäumen stehe, sagt Pijanka.

Fritz und Iven haben sich nicht nur mit der Zukunft des Hallenbads Ost beschäftigt sondern mit Blick auf eine Aufwertung der Quartiere beidseits der Leipziger Straße auch mit dem Bettenhäuser Dorfplatz und dem alten Güterbahnhof. Letzterer könne zu einem Park und einer Ausstellungsfläche für Kunst umgestaltet werden, sagen die Studentinnen. Und den Dorfplatz sollte man ihrer Ansicht nach mit gemütlichen Aufenthaltsinseln auflockern. Sie hoffen, dass der Ortsbeirat die Ideen aufgreifen wird. (pdi)

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