Verein Mister Wilson: Skater bald ohne Halle?

+
Vor dem Auszug: Ihre Halle an der Wolfhager Straße müssen Yannic Dierkes (von links), Nicolas Grube, Jan Marthiensen und Philipp Plogmaker vom Skate-Verein Mister Wilson bis Ende Juni räumen. Noch gibt es keinen Ersatz.

Rothenditmold. Es herrscht Endzeitstimmung an der Wolfhager Straße. Rund um die Halle des Kasseler Skater-Vereins Mister Wilson sieht es aus wie eine Mondlandschaft. Viele der benachbarten Gebäude sind bereits abgerissen. Dasselbe Schicksal droht der Skater-Halle.

Lesen Sie auch

Noch bis zum 30. Juni läuft der Mietvertrag. Der bisherige Eigentümer, die Aurelis Real Estate GmbH, hat das Grundstück verkauft, und der neue Eigentümer möchte es selbst nutzen.

Für die Skater spitzt sich die Situation zu. Derzeit haben sie keinen Ersatz, sagt Jan Mar-thiensen, zweiter Vorsitzender von Mister Wilson. Ursprünglich hatte sich eine Lösung abgezeichnet, in eine Halle auf dem ehemaligen Henschel-Gelände in Rothenditmold zu ziehen. Doch diese Option hat sich vorerst zerschlagen.

Für die von den Skatern anvisierte Halle interessiert sich das Heilhaus schon seit Anfang des vergangenen Jahres, sagte Stefanie Hirschfeld, stellvertretende Vorsitzende der Heilhaus Stiftung Ursa Paul. Auf seinem jetzigen Gelände stoße das Heilhaus an seine Grenzen. „Mittel- und langfristig brauchen wir mehr Flächen.“ Dafür biete sich das benachbarte Henschel-Gelände an. Kaufe das Heilhaus die Halle, komme eine Weitervermietung an die Skater aber nicht in Frage.

Dennoch biete das Heilhaus mit seiner Stiftung Hilfe an. Zum Beispiel könne man bei einer langfristigen Finanzierung einer neuen Unterkunft Unterstützung leisten, sagte Hirschfeld. Auch fördere die Stiftung des Heilhauses Kinder- und Jugendprojekte.

Die Habacker Holding, Eigentümerin des Henschel-Geländes, habe dem Verein Mister Wilson zugesagt, nach einer Alternative zu suchen, berichtet Marthiensen. „Bisher haben wir leider noch kein anderes Angebot bekommen und gehen auch nicht davon aus, dass eine solche Alternative auf dem Gelände besteht.“ Andere Hallen seien wesentlich größer und damit zu groß für die Skater. „Es sieht schlecht aus“, sagt Marthiensen.

Eine letzte Möglichkeit für den Skate-Verein könnte ein Gespräch mit dem Verwalter des Henschel-Geländes, dem Heilhaus und Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) sein. Um einen gemeinsamen Termin noch im März bemühe sich Hilgen gerade, sagte ein Sprecher der Stadt. „Wir haben allerdings wenig Hoffnung, dass dieses Gespräch etwas Grundlegendes an unserer Situation ändern wird“, sagt Marthiensen.

Als die Skater Anfang Februar vor dem Rathaus für den Erhalt ihrer Halle demonstrierten, hatte Hilgen Hilfe zugesagt. Damals sagte er: Die Stadt wolle sich um die Finanzierung des Umzugs der Skater aus ihrer alten Halle in die neue Unterkunft und deren Betrieb kümmern.

Allmählich verlässt die Skater auch der Mut. „Es erscheint mehr und mehr so, dass unsere ehrenamtliche Arbeit umsonst war und ist“, sagt Marthiensen. „Die Situation ist für uns momentan wirklich schwer zu schlucken.“ Laut Marthiensen überlegen einige teils langjährige Vorstandsmitglieder sogar, ob sie ihr Engagement beenden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.