Skimming - Fragen und Antworten zum Ausspähen von EC-Karten

Kassel. Einst luchsten Ganoven älteren Herrschaften am Geldautomaten die PIN-Geheimzahl ab und stahlen anschließend die EC-Karte. Richtig ausgekocht und computertechnisch aufgerüstet gehen inzwischen Profi-Banden vor, die sich ihre Geldkarten einfach selbst basteln - als Dubletten von Karten ahnungsloser Bankkunden.

Lesen Sie auch

Datendiebe in Göttingen: Schon 200 Anzeigen

Die wichtigsten Fragen zum Thema Skimming beantworten Polizeisprecherin Sabine Knöll und Michael Krath, Sprecher der Kasseler Sparkasse.

? Wie gehen die Täter in den  Geschäften vor?

Sabine Knöll

! Die Täter verschaffen sich   nachts Zugang zu den Kassenbereichen. Entweder brechen die Täter sehr unauffällig und ohne groß Spuren zu hinterlassen in die Geschäfte ein oder sie lassen sich nach Geschäftsende unbemerkt im Laden einschließen und verlassen ihn in einem unbeobachteten Moment nach Geschäftsöffnung am Morgen.

? Welche Abwehrmöglichkeiten gibt es gegen Datenklau mit manipulierten Kartenlesegeräten?

! Für den Kunden gibt es an den Kartenlesegeräten aus unserer Sicht derzeit keine polizeilichen Ratschläge oder Empfehlungen. Im aktuellen Fall hatten die Kunden keine Möglichkeit, sich gegen den Datenklau zu schützen, da ihre Kartendaten samt PIN durch die in das Kartenlesegeräte eingebrachte Technik ausgelesen und drahtlos an einen Empfänger übermittelt wurden. Dahingehend kommt kein Verdacht auf, Opfer von Datenklau zu werden.

? Was unterscheidet das Skimming in Supermärkten vom Ausspähen der Daten beim Geldabheben?

! Im Endergebnis gibt es keinen Unterschied zwischen den Taten am Geldautomaten und an den Kartenlesegeräten. In beiden Fällen werden die Geldkarten-Daten und die dazugehörigen PINs ausgespäht. Einziger Unterschied: Am Geldautomaten können schon mal angebrachte Techniken auffallen und den Verdacht eines Kunden oder Bankmitarbeiters wecken. In dem Fall mit den manipulierten Kartenleser kommt erst gar kein Verdacht auf, da die Technik in baugleiche Kartenlesegeräte eingebracht wird, die gegen die Originale ausgetauscht werden.

? Können die Kunden davon ausgehen, dass ihnen das Geld ersetzt wird?

! Bei Manipulationen beziehungsweise Schadensfällen mit duplizierten Karten erhalten die betroffenen Kunden alle Schäden erstattet. In jedem Fall sollten diese Kunden bei der Polizei Anzeige erstatten.

? Steckt die organisierte Kriminalität hinter den Taten?

! Eine organisierte Täter-    struktur wird von den Ermittlern des zuständigen Internetkommissariats der Kasseler Kripo vermutet.

? Welche Beträge werden über EC-Kartenleser eigentlich jedes Jahr bargeldlos bewegt?

! Im Jahr 2010 gab es 17,4 Milliarden Transaktionen im bargeldlosen Zahlungsverkehr in Deutschland, umgesetzt wurden in diesem Zeitraum 64,469 Milliarden Euro. (use)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.