Skulptur für elf Frauen

Gedächtnisstätte für Ausnahme-Kasselerinnen soll an Friedrich-Ebert-Straße

Gedächtnisstätte: So sieht die geplante Skulptur zur Erinnerung an elf Kasseler Frauen aus. Unsere Aufnahme zeigt eine Fotomontage in der fiktiven Umgebung des Henschel-Gartens. Fotomontage: nh

Kassel. In Folge des Buchprojekts „Ehe die Spuren verwehen –- 11 Frauen, 11 Jahrhunderte“ aus Anlass des Stadtjubiläums soll jetzt eine „permanente Gedächtnisstätte“ für die elf „Ausnahme-Frauen“ ihren Platz in Kassel finden.

Standort Grüne Banane

Als idealen Standort um die elf Frauen in Form einer Skulptur zu würdigen, haben die Initiatorinnen vom Frauenbüro und die US-amerikanische Künstlerin Linda Cunningham die Grünfläche „Grüne Banane“ an der Friedrich-Ebert-Straße in Höhe Haltestelle Annastraße ins Auge gefasst. Aus diesem Grund stellte die Frauenbeauftragte der Stadt Kassel, Dr. Ute Giebhardt, jetzt den Mitgliedern des Ortsbeirats Vorderer Westen die Installation von Cunningham ausführlich vor. Die Gedenkskulptur besteht aus Glas- oder Plexiglaspaneelen unterschiedlicher Höhe und geometrischer Formen. Sie sind im Durchschnitt zwei Meter hoch, 80 Zentimeter breit und zwei bis drei Zentimeter dick. Jede der fünf Paneelen wird mit der Geschichte und Zitaten graviert, die die Errungeschaften der elf Frauen zusammenfassen. Außerdem sollen Bilder, eventuell die Porträts der Frauen, auf den Paneelen zu sehen sein. Die Arbeit wirkt wie ein aufgeschlagenes Buch und soll die Betrachter dazu anregen, Informationen über die Ausnahme-Frauen zu erfahren, um sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Die Skulptur wird so groß sein, dass sie „auch aus der Distanz erkennbar ist“, erklärte Giebhardt den Ortsbeiratsmitgliedern.

Ute Giebhardt

Erinnert wird an elf Frauen aus unterschiedlichen Bereichen wie Politik, Literatur, Musik und Wirtschaft, zum Beispiel an die Juristin und Politikerin Elisabeth Selbert, an die Schriftstellerin Christine Brückner oder Sophie Henschel, die große Stifterin und Unternehmerin der Stadt.

Es habe im Vorfeld eine lange Diskussion um den möglichen Standort der Skulptur gegeben, erzählte Giebhardt. Im Gespräch waren auch der Luisenplatz und der Henschel-Garten am Rote-Kreuz-Krankenhaus, die jedoch als Garten-Denkmale letztlich nicht in Frage kamen.

Die Gesamtkosten in Höhe von 30 000 Euro werden zur Hälfe aus öffentlichen Mitteln des Programms Aktive Kernbereiche finanziert. „Den Rest müssen die Initiatorinnen durch Spenden selbst aufbringen“, sagte Giebhardt.

Der Ortsbeirat Vorderer Westen folgte den Ausführungen Giebhardts mit Wohlwollen und „begrüßte“ die Pläne. Archivfoto: nh

Infos und Kontakt: Frauenbüro der Stadt, Tel. 787 70 69.

Von Christina Hein

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