SMA-Chef: Bürger sollen für Energie sorgen

Pierre-Pascal Urbon

Kassel. Die Region Nordhessen soll nicht nur in Bezug auf Unternehmen und Wissenschaft ein Zentrum für erneuerbare Energien werden: SMA-Chef Pierre-Pascal Urbon regt an, dass sich auch Bürger an Anlagen zur dezentralen Energieversorgung beteiligen sollen.

Entsprechende Geschäftsmodelle sollten in der Region entwickelt werden, schlägt der Vorstandssprecher des Niestetaler Solartechnikproduzenten vor. Einige solcher Projekte gibt es zwar schon, Urbon wünscht sich jedoch mehr: „Nordhessen nimmt zwar schon einen vorderen Platz in der Solarbundesliga ein, dennoch sollte das Zukunftsthema erneuerbare Energien noch deutlich stärker in unserer Region verankert werden. Dazu brauchen wir viel mehr Anlagen, an denen sich die Bürger beteiligen können - etwa auf großen öffentlichen Gebäuden und Industriehallen.“ In der Stadt Kassel gebe es beispielsweise noch vergleichsweise wenig Fotovoltaik-Anlagen.

„Es liegt bei den regionalen Banken und Sparkassen, Beteiligungsmodelle zu entwickeln, der Betrieb könnte dann über die jeweiligen Stadtwerke und andere Energieversorger laufen“, sagt Urbon. Das Fachhandwerk werde von einer solchen Initiative profitieren.

Stadt hat Nachholbedarf

Wirtschaftsförderer wie die Initiative Pro Nordhessen des Regionalmanagements sollten die dezentrale Energieversorgung noch stärker zum Schwerpunkt ihrer Arbeit machen, fordert Urbon. „Zwischen den Vertretern aus dem Bereich erneuerbare Energien laufen Gespräche über Beteiligungsmodelle, dort herrscht großes Interesse - jetzt müssen wir sehen, dass wir die PS auf die Straße bekommen“, sagt der SMA-Chef.

Die Mehrheit der Kasseler Stadtverordneten denkt ähnlich: Am Montagabend haben die Kommunalpolitiker die Gründung einer Bürgergenossenschaft für erneuerbare Energien auf den Weg gebracht. Die Städtischen Werke sollen ein Beteiligungsmodell entwickeln, wie es auch Urbon vorschwebt, heißt es in dem Antrag, der von SPD und Grünen vorgelegt wurde.

Kassel spielt schon eine wichtige Rolle beim Thema erneuerbare Energien. Das belegt der bundesweite Kongress „100% Erneuerbare-Energien-Regionen“, zu dem heute 700 Teilnehmer aus ganz Deutschland kommen. Der Geschäftsführer der veranstaltenden Agentur, Philipp Vohrer, verweist aber darauf, dass Kassel bei der Produktion regenerativer Energien noch Nachholbedarf hat.

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