Stellenabbau erfolgt über Abfindungen

SMA muss nicht kündigen: Stellenabbau erfolgt über Abfindungen

Pierre Pascal Urbon

Niestetal/Kassel. Der Niestetaler Solartechnik-Hersteller SMA schafft den angekündigten Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen. Das heißt: 800 Mitarbeiter verlassen bis Ende 2014 das Unternehmen mit Abfindungen. Das entspricht 680 Vollzeitstellen.

Damit sinkt die Zahl der Beschäftigen im Inland von 4500 auf 3700 Ende kommenden Jahres. Weltweit hatte der Hersteller von Wechselrichtern Ende März 5800 Mitarbeiter, nach dem Stellenabbau werden es voraussichtlich 5000 Beschäftigte sein. In der Spitze waren es mehr als 6500.

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Wie berichtet, muss sich SMA infolge des massiven Einbruchs der Nachfrage nach Solartechnik vor allem in Deutschland und Europa gesundschrumpfen. Grund für den stark rückläufigen Markt sind die Kürzungen der Einspeisevergütungen im Inland sowie die Finanz- und Wirtschaftskrise in Südeuropa.

Zur Höhe der Abfindung macht SMA keine Angaben. Vorstandssprecher Pierre Pascal Urbon betonte, dass der Stellenabbau angesichts der Marktentwicklung „unumgänglich“ sei. Finanz- und Personalvorstand Lydia Sommer sagte, dass die Trennung von Mitarbeitern sehr schmerzlich für SMA sei.

Schmerzlich ist auch die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der vergangenene Jahre. Im Boomjahr 2010 setzte das Unternehmen noch 1,92 Milliarden Euro um und verdiente unterm Strich 356 Millionen Euro – also eine Mio. Euro am Tag. Das entspricht einer Umsatzrendite von traumhaften 19 Prozent. Kaum ein anderes börsennotiertes Unternehmen im Inland kann auch nur annähernd auf derart hohe Margen verweisen.

Doch 2011 setzte eine Trendwende ein. Der Umsatz sank auf 1,68 Mrd., der Reingewinn auf 166 Mio. Euro. 2012 schaffte das einstige Vorzeige-Unternehmen bei einem Umsatz von 1,46 Mrd. Euro nur noch ein Plus von 75 Mio. Euro, und für dieses Jahr schließen die Niestetaler einen Verlust nicht aus. Im ersten Halbjahr jedenfalls lag das Minus bei 16,2 Mio. Euro.

Die Börse quittierte die Nachricht über den sozialverträglichen Stellenabbau mit Kursaufschlägen.

SMA stellt vor allem Wechselrichter her, die in Solarzellen gewonnenen Gleich- in netztauglichen Wechselstrom wandeln.

Von José Pinto

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