Unternehmenszahlen

Kasseler Solartechnikhersteller SMA schreibt im ersten Halbjahr rote Zahlen

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Rote Zahlen im ersten Halbjahr bei SMA.

Der Niestetaler Solartechnikhersteller SMA hat im ersten Halbjahr 2019 rote Zahlen geschrieben. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, ging der Umsatz im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 um 8,1 Prozent auf 362,7 Millionen Euro zurück.

Aktualisiert um 16.49 Uhr - Unterm Strich fiel ein Minus von 14,2 Millionen Euro an. 2018 hatte SMA im selben Zeitraum einen Gewinn von 11,2 Millionen Euro erzielt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag von Januar bis Juni bei 8,5 Millionen Euro. Das Unternehmen führt diese Entwicklung auf das schwache Projektgeschäft in der ersten Jahreshälfte zurück.

„Umsatz und Ergebnis bleiben im ersten Halbjahr 2019 erwartungsgemäß hinter dem Vorjahreszeitraum zurück. Gleichzeitig entwickelte sich die Auftragslage äußerst positiv“, kommentierte SMA Vorstandssprecher Dr. Jürgen Reinert die Zahlen. Der Vorstand rechnet daher mit einer deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerung und bestätigte seine Prognose für das Geschäftsjahr 2019. Demnach soll der Umsatz zwischen 800 und 880 Millionen Euro liegen. Das Ebitda soll zwischen 20 bis 50 Millionen Euro betragen.

In den ersten sechs Monaten verkaufte SMA nach eigenen Angaben Wechselrichter mit einer Gesamtleistung von 4 Gigawatt (1. Halbjahr 2018: 4,3 Gigawatt). Das entspricht rein rechnerisch einer Leistung von fast vier Kernkraftwerken. Im Bereich privater Hausdachanlagen verzeichnete SMA eine deutliche Umsatzsteigerung.

Für das zweite Halbjahr erwartet der Solarkonzern bessere Geschäfte. Der Auftragseingang entwickelt sich Reinert zufolge in allen Segmenten sehr gut. „Zum 30. Juni verfügt SMA über einen produktbezogenen Auftragsbestand von 453 Millionen. Damit haben wir diesen Auftragsbestand in den ersten sechs Monaten des Jahres um 158 Prozent gesteigert“, erklärte der Vorstandssprecher. Unter anderem habe sich SMA im Mai den größten Auftrag in der Unternehmensgeschichte gesichert. Dabei handelt es sich laut SMA um eine Lieferung von 595 Wechselrichtern für Photovoltaik-Großkraftwerke an einen Projektentwickler in den USA. Die Geräte wandeln Gleichstrom in netztauglichen Wechselstrom um. Im Bereich privater Hausdachanlagen wirke sich der gute Auftragseingang bereits im ersten Halbjahr aus, so Reinert. Die Umsetzung von großen Projekten wie denen in den USA dauere hingegen in der Regel vier bis zehn Monate. „Dementsprechend erwarten wir hier erst in der zweiten Jahreshälfte eine deutliche Umsatzsteigerung.“

SMA hofft, damit die Abwärtsspirale durchbrechen zu können. Das Unternehmen hatte schon im vergangenen Jahr hohe Verluste hinnehmen müssen, nachdem der Solarmarkt in China nach einer unerwarteten Förderkürzung der Regierung in Peking eingebrochen war. Die einheimischen Hersteller drängten damals in die internationalen Märkte und verursachten so einen massiven Preisdruck. Investoren verschoben in der Folge den Bau von Photovoltaik-Kraftwerken. Zudem hatte der SDax-Konzern mit Lieferengpässen seitens der Zulieferer zu kämpfen und konnte in der Folge seine Kunden nur eingeschränkt bedienen.

SMA schlug daraufhin einen harten Sparkurs ein. Reinerts erklärtes Ziel: Die Kosten um etwa 40 Millionen Euro senken. Dazu verkaufte das Unternehmen seine chinesischen Tochtergesellschaften an das dortige Management und kündigte den Abbau von weltweit 425 Stellen bis zum Jahr 2020 an. An den Standorten in Kassel und Niestetal fallen 100 Vollzeitstellen weg. Reinert setzt vor allem auf Konsolidierung durch niedrigere Herstellungskosten und neue Produkte.

Die Produktion will SMA am Sandershäuser Berg zusammenziehen. Die dadurch frei werdenden Gebäude sollen verkauft werden. Welche Immobilien das sein werden, ist nach eigenem bekunden bislang offen. Man sei noch dabei, das zu prüfen, teilte der Konzern am Donnerstag auf Anfrage mit. Das Kostensenkungsprogramm verlaufe insgesamt planmäßig. „Ein Großteil wird in diesem Jahr realisiert“, so eine Unternehmenssprecherin.

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