Nach insgesamt starkem 1. Halbjahr korrigiert Solartechnik-Hersteller seine Prognosen leicht nach oben

SMA: Umsatz rauf, Gewinn runter

Pierre-Pascal Urbon

Niestetal. Für den Solartechnikhersteller SMA lief es im zweiten Quartal schlechter als zu Jahresbeginn. Seit April halbierte sich der quartalsbezogene Nettogewinn, auf die gesamte erste Jahreshälfte bezogen ging er um ein Fünftel zurück. Andererseits verbuchte das Unternehmen seit Jahresbeginn ein merkliches Umsatzplus. Der Grund: Weil in Deutschland und auf weiteren wichtigen Märkten eine Kürzung der Solarförderung bevorsteht, verzeichnete SMA eine vorgezogene Nachfrage nach seinen Wechselrichtern, die als technische Kernstücke von Solaranlagen benötigt werden.

Diese Entwicklung sorgte für ein Umsatzwachstum um fast 119 Millionen auf 834 Mio. Euro, teilte SMA am Donnerstag bei der Vorstellung seiner Halbjahreszahlen mit. Um jeweils 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum sanken jedoch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (83,7 Mio.) sowie der Konzernüberschuss (59,4 Mio. Euro).

Weil das Unternehmen trotz des Gewinneinbruchs im 2. Quartal insgesamt wachsen konnte, hob SMA seine Prognose für das gesamte Jahr 2012 leicht an. Das operative Ergebnis soll nun bei 100 bis 150 Mio. Euro liegen, bislang war ein Erwartungs-Korridor von 60 bis 150 Mio. Euro genannt worden (Vorjahr: 166 Mio. Euro).

Leicht nach oben angepasst wurden auch die Prognosen für die Gewinnmarge (8 bis 10 statt 5 bis 10 Prozent) sowie für den Umsatz. Der lag 2011 bei 1,7 Milliarden Euro und wird nun im Bereich zwischen 1,3 und 1,5 Mrd. Euro erwartet.

Auf die nächsten Monate gesehen dürfte es für SMA nicht einfach werden, die selbst gesteckten Umsatzziele zu erreichen. Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon sagte, er gehe davon aus, dass im Hinblick auf die neu geregelte Ökostrom-Einspeisevergütung im 3. Jahresquartal „die Effekte zu wirken beginnen“. Auf Schlüsselmärkten wie Deutschland und Italien müsse der Niestetaler Solartechnikhersteller „mit einem deutlichen Marktrückgang rechnen“.

Es bleibe abzuwarten, inwieweit SMA dies mit höheren Umsätzen auf Auslandsmärkten werde kompensieren können. Vor allem das Solargeschäft in den USA, wo SMA 50 Prozent Marktanteil halte, spiele dabei eine wichtige Rolle. Für das Gesamtjahr 2012 hofft Urbon, die Exportquote von derzeit knapp 54 auf 60 Prozent steigern zu können. Auf das erste Halbjahr gesehen hat SMA auf ausländischen Märkten einen Bruttoumsatz von 464 Mio. Euro erwirtschaftet, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum von gut 11 Prozent entspricht.

Während sich Analysten enttäuscht über die Entwicklung bei SMA im abgelaufenen Quartal äußerten, sagte Vorstandschef Urbon mit Bezug auf das gesamte erste Halbjahr, das Unternehmen habe „in einem schwierigen Marktumfeld die eigenen Erwartungen in vielen Bereichen erreicht oder sogar übertroffen“. Hintergrund links

Von Axel Schwarz

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