Konzern steht vor Umbau

Umsatz sinkt: SMA macht Markteinbruch in China zu schaffen

+
Markteinbruch in China belastet: Der Niestetaler Solartechnikhersteller SMA kämpft mit dem Preisdruck im Geschäft um Solaranlagen.

Der Niestetaler Solartechnik-Hersteller SMA kämpft mit dem Preisdruck im Geschäft um Solaranlagen. Umsatz und Ergebnis der ersten neun Monate des Jahres liegen unter dem Vorjahresniveau.

Aktualisiert um 20.21 Uhr - Obwohl das Unternehmen in den ersten neun Monaten des Jahres den Absatz gesteigert hat, sank der Umsatz um 2,9 Prozent auf 575,1 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EbitDa) fiel von 55,3 auf 50,5 Millionen Euro, wie der Konzern Donnerstag mitteilte.

Die chinesische Regierung hatte im Sommer überraschend eine Förderkürzung für Solarenergie verkündet. In der Folge spitzte sich der Preiskampf auf dem Weltmarkt zu. „Um in den kommenden Monaten von noch niedrigeren Preisen zu profitieren, verschieben Projektentwickler und Investoren daher den Bau großer Photovoltaik-Projekte immer häufiger in das kommende Jahr“, sagte Vorstandssprecher Jürgen Reinert laut Mitteilung. Der Auftragseingang der SMA sei vor diesem Hintergrund in den vergangenen Monaten erheblich hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Reinert ist seit Mitte Oktober im Amt, nachdem sein Vorgänger Pierre-Pascal Urbon überraschend seinen Rückzug angekündigt hatte. In der Folge verkleinerte SMA seinen Vorstand von drei auf zwei Manager.

Ende September hatte SMA die Prognose für das laufende Jahr gesenkt. 2018 werde der Umsatz nur noch 800 Millionen bis 850 Millionen Euro betragen statt bis zu einer Milliarde Euro, teilte der Konzern damals mit. Das Unternehmen hatte deshalb einen Stellenabbau angekündigt, ohne Details zu nennen.

SMA-Vorstandssprecher Dr. Jürgen Reinert.

In der aktuellen Pressemitteilung kündigte SMA erneut an, seine Strukturen anzupassen, „um noch flexibler auf die neuen Bedingungen reagieren zu können und die Profitabilität der SMA schnell und nachhaltig zu steigern“. Bis Ende des Jahres sollen die Umbaumaßnahmen demnach mit den Arbeitnehmervertretern abgestimmt und verabschiedet werden. In einem Gespräch mit unserer Zeitung Ende Oktober hatte Reinert betont, dass der Stellenabbau durchdacht sei und mit Augenmaß und nicht nach dem Rasenmäher-Prinzip bewältigt werden solle.

Darüber hinaus kündigte Reinert an, weitere Neuentwicklungen in den Markt einführen zu wollen, um den steigenden Preisdruck zu kontern.

SMA beschäftigt weltweit rund 4000 Mitarbeiter, davon 2800 in Niestetal und Kassel und davon wiederum 600 Leihkräfte.

SMA-Aktie verliert

Nach der Veröffentlichung der Geschäftszahlen verlor die SMA-Aktie gestern 34 Cent. Der Anteilsschein fiel auf den Stand von 21,24 Euro zurück und verschlechterte sich damit im Vergleich zum Vortag um 1,58 Prozent. Nach ihrem Jahreshoch von etwa 63 Euro im Mai ist der Kurs der SMA-Aktie in den folgenden Monaten um etwa 70 Prozent eingebrochen. Seit Anfang Oktober bewegt sich die Aktie seitwärts und hat in der letzten Woche wieder zulegen können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.