Termine sind kurzfristig möglich

Er ist der Schuhputzer: Sneaker-Cleaner Dominic Trieschmann eröffnet Laden

Kassel. Dominic Trieschmann ist Sneaker-Cleaner. Er reinigt Turnschuhe, sodass sie wie neu aussehen. In Kassel eröffnet er jetzt einen Laden. 

In Südamerika und den USA gehören sie zum Stadtbild. In Deutschland ist der Beruf des Schuhputzers selten geworden. Umso gefragter ist die Arbeit von Dominic Trieschmann. Auch wenn er statt edler Schuhcreme eher auf Wasser und Seife setzt. Der 24-Jährige hat sich als Sneaker-Cleaner selbstständig gemacht. Er reinigt Turnschuhe.

Am Samstag, 17. Juni, eröffnet an der Friedrich-Ebert-Straße sein Laden. Nach seinen Angaben ist es der erste dieser Art in Deutschland. Erstmal will er das Ladenlokal während der documenta betreiben und danach sehen, wie das Angebot angenommen wurde.

Bislang hat der gelernte Versicherungskaufmann die Sneaker anderer Leute im heimischen Wohnzimmer geputzt. Viel braucht er dazu nicht, außer einer Schale mit Wasser und schonender Seife.

Ob es ihm Spaß mache, die Schuhe anderer Leute zu putzen? „Na klar, sonst würde ich es ja nicht machen“, sagt er. Die Reaktion der Kunden sei das Schönste an seinem Job, sagt Trieschmann.

Viele würden sehr an ihren Sneakern hängen, sie aber nicht mehr anziehen, weil sie mit der Zeit dreckig und unansehnlich geworden seien. „Der Wert der Schuhe hat sich in den vergangenen Jahren enorm gewandelt“, erzählt Trieschmann, der selbst auch eine kleine Turnschuhsammlung hat. Besonders beliebt sind Modelle in einer limitierten Auflage. Zum Veröffentlichungsdatum gibt es eine begrenzte Menge an Schuhpaaren, die haben dann beispielsweise einen Preis von 200 Euro, der aber innerhalb weniger Stunden auf über 1000 Euro ansteigen kann.

Mit Bürste und Seife: Dominic Trieschmann ist gelernter Versicherungskaufmann. Jetzt verdient er als Sneaker Cleaner sein Geld und tritt auch bei Turnschuh-Events auf. Foto: Bröker

Das sorgt dann auch dafür, dass viele Kunden sich nicht trauen, die Schuhe per Post zu schicken. Ein Kunde sei beispielsweise extra aus Berlin angereist, um Trieschmann die dreckigen Schuhe nach Kassel zu bringen, und hätte so lange gewartet, bis Trieschmann sie gereinigt hat. Auch Promis wie Fußball-Profi Kevin Kurányi waren schon da. Ungefähr 50 Schuhpaare erreichen den Cleaner im Monat. Für eine Reinigung braucht Trieschmann mehrere Stunden. Hängt ganz davon ab, welcher Umfang gewünscht ist. Wenn auch die Schnürsenkel gereinigt werden sollen, dann werden sie vorher entfernt und separat eingeweicht.

Dann wird der Schuh mit Bürsten und Seife bearbeitet. „Mit der Zeit hat man ein paar kleine Tricks und Kniffe“, sagt Trieschmann. „Die lassen die Reinigung dann ein bisschen schneller von der Hand gehen.“ Man könne aber auch schnell was falsch machen, sodass der Dreck dann noch weiter in den Schuh eingearbeitet wird. Eine professionelle Reinigung gibt es ab 9,99 Euro. Wer das Premium-Paket bucht, zahlt 22,99 Euro.

Bislang putzt Trieschmann die Schuhe alleine. Aber für den Laden will er Aushilfskräfte einstellen. Erstmal abwarten, wie das Angebot angenommen wird.

Der Sneaker-Cleaner auf Facebook.

Rubriklistenbild: © Foto: Fischer

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