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Stadtpolizisten retten Mann aus Fulda in Kassel: „So etwas ist nicht alltäglich“

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Sie retteten einem Mann vor dem Ertrinken: Die beiden Ordnungspolizeibeamten Samira Meister und Stefan Bender stehen an der Schlagd an jener Stelle, an der der Mann aus der Fulda gezogen worden ist.
Sie retteten einem Mann vor dem Ertrinken: Die beiden Ordnungspolizeibeamten Samira Meister und Stefan Bender stehen an der Schlagd an jener Stelle, an der der Mann aus der Fulda gezogen worden ist. © Ulrike Pflüger-Scherb

Samira Meister und Stefan Bender von der Kasseler Stadtpolizei retteten Mann vor dem Ertrinken aus der Fulda.

Kassel – Zunächst haben Samira Meister und Stefan Bender nur etwas im Wasser plätschern gehört. „Es war ja dunkel“, sagt der Ordnungspolizist Bender. Am Freitag, 26. August, stand er gegen 23.30 Uhr mit seiner Kollegin am Fuldaufer hinter der Mühlengasse in der Unterneustadt. Eigentlich waren die beiden Ordnungspolizisten dorthin gekommen, weil sich Anwohner wegen Lärm an der Schlagd beschwert hatten.

Die Ruhestörung wurde aber plötzlich zur Nebensache, als die beiden realisierten, dass da offenbar ein Mensch im Wasser treibt. Aufgrund der Dunkelheit konnten die beiden allerdings nicht erkennen, ob die Person einfach nur schwimmt oder sich ernsthaft in Gefahr befindet. Die beiden riefen der Person in der Fulda etwas zu, aber es gab keine Reaktion.

Dann hatten die Stadtpolizisten Glück, dass nebenan ein Angler war. Der bot ihnen kurzerhand an, sie mit seinem Boot zu der Person im Wasser zu bringen.

Schon auf der Fahrt erkannten Bender und Meister schnell, dass der Mann, den sie im Wasser ausmachten, ernsthaft in Gefahr war. „Sein Kopf ist immer wieder untergegangen“, erzählt der 32-jährige Bender. Seine 26-jährige Kollegin meldete den Notfall umgehend bei der Leitstelle der Feuerwehr. Als sie den Mann in der Mitte des Flusses endlich erreichten, konnte Bender einen Arm von ihm greifen. Er zog ihn an das Boot heran. Meister hielt seinen Kopf über Wasser. Auf diese Weise konnte verhindert werden, dass der Mann ertrank.

Der hilfsbereite Angler steuerte anschließend mit den Stadtpolizisten und dem geretteten Mann die gegenüberliegende Uferseite der Fulda an. Dort waren mittlerweile die Landespolizei und Rettungskräfte eingetroffen. An der Schlagd wurde der Mann aus dem Wasser gezogen und medizinisch versorgt. „Er war nicht mehr ansprechbar“, sagt Meister, die schätzt, dass der Mann zwischen 40 und 50 Jahre alt ist.

Die beiden Stadtpolizisten erfuhren aber später, dass der Mann alles gut überstanden habe. „Wir waren froh, dass wir das geschafft haben“, sagt die Ordnungspolizistin.

Nach dem ungewöhnlichen Einsatz mussten die beiden den Vorfall erst mal verarbeiten und „sacken lassen“. „So etwas ist ja nicht alltäglich“, sagt die 26-Jährige, die seit zwei Jahren bei der Stadtpolizei arbeitet. Ihr Kollege, mit dem sie zusammen auf Streife war, ist seit drei Jahren dabei.

Für beide war es das erste Mal, dass sie einen Menschen vor dem Ertrinken gerettet haben. Bender hat allerdings Anfang dieses Jahres einen Mann in einer Straßenbahn wiederbelebt. Damals war er mit einem Kollegen auf Fußstreife unterwegs. Am Königsplatz wurde er von einem Straßenbahnfahrer um Hilfe gebeten, da ein Fahrgast in der Bahn bewusstlos auf einer Bank lag. Bender reanimierte den Mann bis zum Eintreffen des Notarztes.

Solche Vorfälle passierten zum Glück nur selten, so die beiden Ordnungspolizisten. In der Regel kümmern sie sich um Ruhestörungen. Wenn sie in der Innenstadt als Fußstreife unterwegs sind, dann beantworten sie auch gern Fragen nach dem Weg. Die Menschen würden ihre Arbeit schätzen. (use)

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