Einzelhandel

So klappt der Geschenke-Umtausch: Tipps von der Verbraucherzentrale Kassel

ARCHIV - 24.12.2017, Bayern, Kaufbeuren: ILLUSTRATION - Weihnachtsgeschenke liegen unter einem geschmücktem Christbaum. (zu dpa-Meldung: "Echt jetzt, ein Weihnachtsbaum aus Plastik? - Ein Pro und Kontra" vom 13.12.2018) Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Nicht jedes Weihnachtsgeschenk gefällt: Ein Umtausch kann in Lockdown-Zeiten Probleme mit sich bringen.

Angesichts geschlossener Läden gelten im Handel vielfach Sonderregelungen und verlängerte Fristen für das Umtauschen ungeliebter Weihnachtsgeschenke.

Kassel – Die Weihnachtsgeschenke sind ausgepackt, die Läden momentan weitgehend geschlossen – was gilt jetzt, wenn man ungeliebte Geschenke umtauschen möchte? Da komme es auch in dieser außergewöhnlichen Situation erst mal auf die Kulanz der betreffenden Händler an, stellt die Verbraucherzentrale in Kassel klar. Denn die seien bei einwandfreier Ware generell nicht zum Umtausch verpflichtet.

Während große Handelsketten auf den Lockdown mit Kulanzregelungen reagiert haben, können Umtauschwünsche bei kleineren Läden derzeit schon auf organisatorische Probleme stoßen, erläutert Verbaucherberaterin Eva Raabe: „Normalerweise wird kein Geld erstattet, sondern Ware gegen Ware umgetauscht. Wie aber soll sich der Kunde etwas anderes aussuchen, wenn der Laden zu ist?“

Raabe empfiehlt, mit dem jeweiligen Geschäft telefonisch oder schriftlich abzuklären, „wie man über die Wege, die momentan möglich sind, eine Rückabwicklung hinbekommen kann“. Das könne beispielsweise ein Umtausch an der Seitentür sein, an der viele Händler derzeit Bestellungen ausgeben. Oder verbindlich zu vereinbaren, dass die Sache so lange verschoben wird, bis die Läden wieder öffnen dürfen.

Eine Erstattung des Geldbetrages könnten Kunden allerdings nur verlangen, wenn dies vorher ausdrücklich vereinbart wurde oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Ladens stehe, sagt die Verbraucherberaterin. Sie rät dazu, bei Forderungen rund um den Umtausch zu bedenken, „dass gerade regionale Händler im Moment geschäftlich sehr unter der Situation leiden“.

Größere Unternehmen haben sich in ihren Abläufen darauf eingestellt, dass der übliche Umtauschbetrieb nach Weihnachten wegen des aktuellen Lockdowns um einige Wochen nach hinten geschoben werden muss. So gilt bei der Galeria Kaufhof: Alle Artikel, die direkt in dem Kasseler Warenhaus gekauft wurden, können bis zu vier Wochen nach der Wiedereröffnung mit Kassenbon vor Ort umgetauscht werden. Was online auf galeria.de zwischen dem 1. November und dem 24. Dezember bestellt wurde, kann noch bis zum 31. Januar an den Ausgabeschaltern im Eingangsbereich des Kaufhofs zurückgeben werden.

Auch die Handelskette TK Maxx mit zwei Filialen in Kassel bietet eine verlängerte Rückgabefrist – und zwar um 30 Tage ab dem Datum, an dem das Geschäft wieder öffnet. Bei C&A gilt derzeit ein verlängertes Rückgaberecht von 45 Tagen für Bestellungen seit dem 1. Juni 2020. Die Elektronikketten Saturn und Media Markt haben ihre freiwillig gewährte Umtauschfrist von 14 Tagen bereits seit der ersten angeordneten Schließung der Geschäfte „um die Dauer der Schließtage“ verlängert.

Für Artikel, die bei Online-Versendern gekauft wurden, gilt wie bisher ein 14-tägiges Widerrufsrecht ohne Angabe von Gründen. Der Händler muss das Geld nach Rücksendung der Ware innerhalb von 14 Tagen zurückerstatten. Auch wenn die Frist für viele Geschenkbestellungen schon abgelaufen ist, bieten viele Online-Händler aus Kulanz derzeit verlängerte Rückgabefristen an – darunter etwa H&M, Thalia und Amazon.

Wer ein defektes oder sonstwie mangelhaftes Geschenk ausgepackt hat, muss sich wegen der aktuellen Ladenschließung nicht sorgen. Denn dabei gilt ein zweijähriges Gewährleistungsrecht. Voraussetzung ist jedoch, dass der Mangel bereits beim Kauf bestanden hat. Für die Beseitigung des Mangels ist dann laut Verbraucherzentrale der Händler zuständig, der das Recht hat, die Ware zu reparieren oder einwandfreien Ersatz zu liefern. (Axel Schwarz)

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