Arbeiten sollen bis zum Frühjahr 2023 abgeschlossen sein

So läuft der Neubau der Kasseler Schleuse

Blick von der Fuldabrücke: Links im Bild sieht man Sandsäcke und Baumaschinen. Hier wird am Neubau der Kasseler Stadtschleuse gearbeitet. Rechts davon läuft die Fulda über das Walzenwehr.
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Blick von der Fuldabrücke: Links im Bild sieht man Sandsäcke und Baumaschinen. Hier wird am Neubau der Kasseler Stadtschleuse gearbeitet. Rechts davon läuft die Fulda über das Walzenwehr.

Es tut sich was an der Kasseler Stadtschleuse, die wegen Baufälligkeit seit mittlerweile fünf Jahren nicht mehr in Betrieb ist. Hinter dem Bauzaun arbeiten Mitarbeiter der Firma Laudemann aus Sontra.

Kassel - Mehrere Bagger, Lkw und ein Kran sind in Betrieb. Das Interessante an dieser Baustelle: Hier kann man auf den ersten Blick erkennen, wie der Neubau funktionieren soll.

Denn die Hülle dafür bieten die Stützmauern der alten Schleuse. Das Wasser ist abgelaufen, hinter den alten Wänden wird der Neubau entstehen.

Und zwar in den nächsten anderthalb Jahren. So lautet zumindest die Vorgabe der Stadt, die hier als Bauherr fungiert. Wenn 2023 der Zissel stattfindet, dann sollen für den Wasserfestzug auch wieder Boote aus Richtung Kasseler Hafen durch die Schleuse zur Drahtbrücke fahren können. Neben den Wassersportlern hätte dann auch die touristische Schifffahrt auf der Fulda wieder eine Perspektive.

Dafür sieht es laut Stadt derzeit gut aus: „Wir liegen bei den Bauarbeiten voll im Zeitplan. Im Frühjahr 2023 werden die ersten Boote die neue Stadtschleuse nutzen können“, sagt Oberbürgermeister Christian Geselle. Nach Angaben von Projektleiter Harald Jordan (Kasselwasser) wird die Kammerwand derzeit mit 40 Pfählen gesichert. Mittlerweile seien die alten Schleusentore, die Antriebe und die Signaltechnik ausgebaut. Die neuen Tore werden in den nächsten Monaten gefertigt.

Die alte Schleuse aus dem Jahr 1913 war noch für größere Lastschiffe ausgelegt gewesen. Die sind hier schon lange nicht mehr unterwegs. Nach Angaben der Stadt wird die neue Schleuse aus Stahlbeton 35 Meter lang und 6,75 Meter breit. Für Sport und Ausflugsboote sei das groß genug. Damit orientiere man sich an den Schleusen im weiteren Verlauf der Fulda bis Hann. Münden. Boote, die da reinpassen, kommen auch durch die Kasseler Stadtschleuse.

Bis zur Entscheidung für den Neubau war es ein weiter Weg. Zunächst hatte der Bund als Eigentümer der Anlage angekündigt, das nicht mehr funktionstüchtige Bauwerk ersatzlos stilllegen zu wollen. Als Bundeswasserstraße sollte die Fulda nicht mehr geführt werden. Dagegen gab es unter anderem Proteste der Wassersport treibenden Vereine. Sie ließen 10 000 Postkarten für den Erhalt der Schleuse drucken und organisierten eine Demonstration auf der Fulda.

Mit Erfolg. Denn in langen Verhandlungen zwischen dem Land, der Stadt Kassel und dem Bund wurde eine Lösung erreicht. Die sieht so aus, dass die Stadt Kassel wieder wie vor über 100 Jahren Eigentümerin der Schleuse ist, aber die Baukosten in Millionenhöhe nur zu einem Viertel tragen muss. Ein weiteres Viertel gibt das Land Hessen, 50 Prozent übernimmt der Bund.

Bei der europaweiten Ausschreibung haben sich die Firma Laudemann aus dem Werra-Meißner-Kreis und das Bremer Ingenieurbüro Inros Lackner durchgesetzt. Nach Angaben der Stadt ist jetzt schon klar, dass die ursprünglich für den Bau angesetzten 7,5 Millionen Euro nicht ausreichen werden. Wegen der deutlich gestiegenen Bau- und Materialkosten rechne man mit 9,3 Millionen Euro, so die aktuellen Zahlen aus dem Rathaus. (Thomas Siemon)

Leere Schleusenkammer: Das Wasser wurde abgelassen, die Technik ausgebaut. Die neue Schleuse entsteht aus Stahlbeton.

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