Betrieb startet nahe der Eissporthalle

Am Dienstag geht es los: So läuft es im Kasseler Impfzentrum

Blick ins Kasseler Impfzentrum
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Blick ins Kasseler Impfzentrum: In der Großsporthalle am Auepark wurden mit Elementen aus dem Messebau innerhalb weniger Tage die An- und Abmeldung, Wartebereiche und die Impfstraßen mit den Impfkabinen (zu erkennen am roten Punkt mit der Ziffer 3) aufgebaut. Die Kosten trägt das Land Hessen.

Am Dienstag öffnen sich die Türen des Kasseler Impfzentrums. Wer einen Termin hat, kann sich dann seine Coronaschutzimpfung abholen. Doch wie wird dort alles ablaufen?

Kassel – Am Dienstag haben die ersten Impfwilligen ihre Termine für die Coronaschutzimpfung im Kasseler Impfzentrum. Sie kommen nicht nur aus der Stadt Kassel, sondern auch aus dem Landkreis Kassel, dem Schwalm-Eder-Kreis, dem Werra-Meißner-Kreis und dem Kreis Waldeck-Frankenberg. Denn Kassel ist eines von sechs regionalen Impfzentren in Hessen, das am Dienstag öffnet. Alle anderen 22 Impfzentren folgen später.

Im Folgenden unternehmen wir einen Rundgang durch das Impfzentrum und zeigen, welche Stationen es dort zu durchlaufen gibt. Der Eingang der Großsporthalle befindet sich links neben dem grünen Gebäude des Instituts für Sport und Sportwissenschaft der Uni Kassel. Die Halle ist also gut mit dem Auto zu erreichen, aber auch mit Bus oder Tram.

Vorweg: Wichtig ist, dass im kompletten Impfzentrum eine Einbahnstraßenregelung gilt. Es geht also immer in eine Richtung, dann aber nicht mehr zurück – damit es nicht zu Gegenverkehr kommt.

Hier geht’s los: An den Eingangsschaltern muss sich jeder Besucher vorstellen.

1 Die Anmeldung (auf den Bildern zu erkennen am roten Punkt mit der Ziffer 1): Fünf Stellen gibt es, an denen geprüft wird, ob diejenigen, die geimpft werden sollen, alle Unterlagen beisammen haben. Das sieht ein bisschen aus wie im Check-in-Bereich eines Flughafens. Zu beachten ist: Für Impfungen im Impfzentrum ist ein Termin notwendig. Impfwillige können also nicht ohne Einladung im Impfzentrum vorstellig werden.

Folgende Unterlagen sollte jeder dabei haben: Einen Personal- oder anderen Lichtbildausweis, aus dem das Alter, Wohnort oder gewöhnlicher Aufenthaltsort hervorgeht; eine Arbeitgeberbescheinigung, wenn jemand im Gesundheits- oder Pflegedienst arbeitet; wenn vorhanden seinen Impfpass und die Krankenversicherungskarte. Außerdem die Terminbestätigung und den mit der Anmeldung erhaltenen Bogen zur Einwilligung und Aufklärung.

Sollte bei der Anmeldung bemerkt werden, dass noch etwas ausgefüllt werden muss oder fehlt, so stehen hinter den Anmeldestellen – im so genannten Wartebereich A – Stühle mit Schreibplatten zur Verfügung. Natürlich mit genügend Abstand.

2 Der Wartebereich: Ist die Anmeldung abgeschlossen, gelangen jene, die geimpft werden sollen, über den Durchgang „Dokumentenprüfung“ – bei dem nochmal alle Dokumente durchgesehen werden – in den Wartebereich B. Dort stehen 40 Stühle bereit, falls es trotz festgelegter Impftermine doch mal zu Verzögerungen kommt. Jeder erhält ein Kärtchen mit einer Buchstaben-Nummer-Kombination. Sobald diese Kombination auf einem der in dem Bereich aufgebauten Monitore aufleuchtet, geht es gemeinsam mit einem Helfer weiter in den Impfbereich. Bis dahin heißt es: warten. Auch dieser Bereich erinnert im Übrigen an eine Wartehalle im Flughafen.

Die Impfkabine: Nach einer Aufklärung bekommen die Besucher hier die Impfung. Alle Bereiche des Impfzentrums sind barrierefrei zugänglich.

3 Das Impfen: Hinter dem Wartebereich tun sich die Impfkabinen auf. Davon gibt es 50 Stück – jeweils fünf in den insgesamt zehn Impfstraßen, in denen sich jeweils auch Materialräume befinden. Jede Impfkabine ist mit Stühlen, Rechnern und einer Liege ausgestattet. Damit sie leicht gefunden werden, sind sie von A1 bis J5 durchnummeriert. In den Kabinen findet das ärztliche Aufklärungs- und Beratungsgespräch statt, anschließend dann die Impfung.

4 Der Beobachtungsbereich: Wer geimpft ist, muss noch einmal Platz nehmen – zur Sicherheit. Fünf Minuten dauert das in der Regel, bei Menschen mit Vorerkrankungen kann es auch mal etwas länger dauern. Die Organisatoren sprechen von 15 bis 30 Minuten. Allein ist man in dieser Zeit nicht, denn für den Beobachtungsbereich sind Mitarbeiter abgestellt, die aufpassen. Für Notfälle stehen zudem immer eine Rettungswagenbesatzung und ein Notarzt bereit. Und: Wer nicht allein ins Impfzentrum kommen kann, dessen Begleiter gelangt über einen Gang vom Warte- zum Beobachtungsbereich, um seinen Schützling in Empfang zu nehmen. Auch so wird gewährleistet, dass Abstände eingehalten werden.

Im Beobachtungsbereich (Stühle vorne) warten die Besucher nach der Impfung, danach geht’s zur Abmeldung (Bereich hinter den Stühlen).

5 Die Abmeldung: Im letzten Schritt muss jeder Besucher noch seine Laufkarte loswerden. Das passiert an mehreren Abmeldungsschaltern. Dort erhält man dann auch seine Bescheinigung über die Impfung. Wenn alles gut läuft, verlässt der Impfling nach 20 bis 30 Minuten die Halle.

A Die technische Überwachung: Damit der Ablauf im Testzentrum an sieben Tagen in der Woche von 7 bis 22 Uhr ohne Einschränkungen laufen kann, gibt es ein Backoffice auf der Tribüne. Die Mitarbeiter dort haben nicht nur alles im Blick. Sie überwachen auch die Logistik.

Für die Augen der Besucher unsichtbar bleibt dagegen die zum Impfzentrum gehörende Apotheke, in der die Impfstoffe aufbereitet werden. Die Impfdosen müssen zwar bei minus 70 Grad Celsius gelagert, vor der Impfung aber bei 2 bis 8 Grad aufgetaut werden. Bei dieser Temperatur halten sie sich bis zu fünf Tage. Zum Vergleich: Bei Temperaturen von 25 Grad halte sie gerade mal bis zu zwei Stunden.

Und noch etwas wird vielen Besuchern nicht sofort auffallen: Das Impfzentrum wird rund um die Uhr videoüberwacht. Zudem stehen Security-Mitarbeiter bereit. Diese werden im Zweifel auch eingreifen, wenn jemand das Impfzentrum betreten will, der keine Einladung hat oder die Abläufe stören will. (Florian Hagemann und Marie Klement)

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