Behörden mit Appell

Explosiver Fang in der Fulda – Magnetfischen kann gefährlich werden

Unser Symbolbild zeigt einen Magnetangler am Main bei Würzburg in Aktion.
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Auch an der Fulda und anderen regionalen Gewässern im Trend: Unser Symbolbild zeigt einen Magnetangler am Main bei Würzburg in Aktion.

Auch in Kassel hat das Trend-Hobby Magnetfischen seine Fans. Doch an der Fulda drohen Risiken durch Kriegsmunition und für Ruderer.

Kassel – Alte Münzen, Fahrradrahmen, Schilder, rostiger Schrott und manchmal auch Kriegsmunition: Was Magnetfischer aus der Fulda und anderen heimischen Gewässern holen, kann interessant und zuweilen auch gefährlich sein. Auch im Raum Kassel hat dieses Hobby etliche Anhänger, wie die Wasserschutzpolizei berichtet. Das Regierungspräsidium (RP) Kassel appelliert, sich vor dem Magnetangeln bei der zuständigen Behörde zu informieren und eine Erlaubnis einzuholen.

In der warmen Jahreszeit trifft die Wasserschutzpolizei Kassel an der Fulda immer wieder Magnetfischer an, berichtet Dienststellenleiter Alexander Lorch. Schwerpunkte dieses Hobbys seien offenbar die Gärtnerplatz- und die Drahtbrücke.

Erst vor Kurzem sei die Wasserschutzpolizei von Passanten auf vier Magnetangler aufmerksam gemacht worden, habe sie aber vor Ort nicht mehr angetroffen. Die Freunde dieses Hobbys werfen einen starken, stempelförmigen Magneten, der bis mehrere hundert Kilogramm trägt, an einer dicken Leine aus und ziehen ihn über den Flussgrund.

Vorsicht beim Magnetfischen in der Fulda: Immer wieder wird gefährliche Kriegsmunition gefunden

Das habe einerseits einen positiven Aspekt, sagt Lorch, wenn das Flussbett der Fulda von Schrott befreit wird. Es sei aber aus zwei Gründen höchst riskant: Einerseits werde auch in den Kasseler Gewässern immer wieder gefährliche Kriegsmunition gefunden, die explodieren könne. Zum anderen seien auf der Fulda viele Ruderer und Kanuten unterwegs.

Denen könnten die massiven Magnet-Angelseile gefährlich werden, wenn sich etwa ein Ruderer mit strammem Tempo darin verfängt.

Manche Magnetfischer wüssten um die Problematik, sagt Lorch. Viele andere aber seien „durch das Internet angefixt“ und gingen dem Trend-Hobby völlig arglos nach. „Wir sprechen die Leute dann an, informieren sie und verweisen sie der Brücken.“

Regierungspräsidium Kassel warnt: In Hessen bedarf es zur Ausübung des Magnetangelns regelmäßig einer wasserrechtlichen Erlaubnis

Laut dem Regierungspräsidium kann das Magnetangeln an der Fulda auch – insbesondere zu Laichzeiten – dem Gewässer-Gleichgewicht schaden oder Eigentumsrechte verletzen. Die rechtliche Lage sei bundesweit nicht einheitlich:

In Hessen bedürfe es zur Ausübung des Magnetangelns regelmäßig einer wasserrechtlichen Erlaubnis, dafür sei regional die Obere Wasserbehörde beim Regierungspräsidium Kassel zuständig. Selbst wenn Magnetangler das Okay eines Angelvereins oder Eigentümers eines Gewässergrundstücks einholen, reiche dies allein nicht aus.

Nur die Untere Wasserbehörde beim RP könne nach Prüfung aller naturschutz-, abfall-, fischerei- und auch denkmalschutzrechtlichen Belange grünes Licht zur Ausübung des Magnetfischens geben und eine für mehrere Jahre gültige Erlaubnis für eine bestimmte Gewässerstrecke gegen Gebühr erteilen.

Vor einigen Jahren haben Magnetangler in der Leine bei Northeim mehrere Pistolen zu Tage gefördert. Die Polizei sucht daraufhin das Areal ab. Axel Schwarz)

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