Kommunalwahl

So viele Briefwähler wie nie in Stadt und Kreis Kassel

Briefwahlbüro im Kasseler Rathaus
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Im Briefwahlbüro des Kasseler Rathauses: (von links) Esra Akiskali und Ute Zielinski mit einer Wählerin.

Zweieinhalb Wochen vor dem Wahltermin am 14. März haben in Kassel bereits mehr als 30 500 Wahlberechtigte die Briefwahl beantragt. Ein neuer Rekord zeichnet sich ab.

Kassel – Aller Voraussicht nach werden in Stadt und Landkreis Kassel bei dieser Kommunalwahl mehr Menschen ihre Stimme per Briefwahl abgeben als je zuvor. In Kassel haben bis Mittwoch, also zweieinhalb Wochen vor dem Wahltermin am 14. März, bereits mehr als 30 500 Wahlberechtigte die Briefwahl beantragt. Zum Vergleich: Bei der Kommunalwahl 2016 waren es insgesamt nur 15 580 Briefwähler.

Rekordzahlen bei den Briefwählern zeichnen sich auch im Landkreis Kassel ab: In vielen Kommunen haben bereits mehr als 20 Prozent der Wahlberechtigten Briefwahl beantragt. Spitzenreiter ist die Gemeinde Fuldabrück. Dort hat schon jetzt mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten entschieden, auf den Gang ins Wahllokal zu verzichten – mehr als doppelt so viele wie bei der Kommunalwahl 2016 insgesamt. Noch etwas verhaltener sind die Wähler in Baunatal. Dort haben bisher 19,5 Prozent der 22 234 Wahlberechtigten einen Briefwahlantrag gestellt.

Den Rücklauf der Unterlagen werten die meisten Städte und Gemeinden nicht aus. Daher gibt es zu der Frage, wie viele Wähler tatsächlich bereits per Briefwahl ihre Stimme an die Parteien und Kandidaten für Kreistag, Stadtverordnetenversammlung, Gemeindevertretung und Ortsbeirat abgegeben haben, keine Informationen.

In Kassel seien allein über das Wochenende rund 6500 Anträge auf Briefwahl eingegangen, berichtete Anja Morell, die Leiterin des für die Kommunalwahl zuständigen Bürgeramts. Vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung in Kassel bei 42,8 Prozent, rund 74.000 Wähler hatten ihre Stimme(n) abgegeben. Über 148.000 Kasseler sind diesmal zur Wahl aufgerufen.

Dem Appell, verstärkt die Möglichkeit zur Briefwahl zu nutzen, wird in Stadt und Landkreis offensichtlich rege nachgekommen. Das hat nicht nur damit zu tun, dass es bei der Kommunalwahl viele Listen, Kandidaten und Stimmen gibt und es sich zu Hause ruhiger panaschieren und kumulieren lässt. Das hängt diesmal auch damit zusammen, dass die wegen Corona geltenden Kontaktbeschränkungen und Hygienevorschriften auch bei der Wahl einzuhalten sind.

Um ausreichend Abstand zu garantieren, sei etwa im Briefwahlbüro des Kasseler Rathauses ein Einbahnstraßensystem eingerichtet worden, erklärte Morell. Natürlich würden die Corona-Vorgaben auch am Wahlsonntag in den 77 Wahllokalen der Stadt eingehalten. » 

Das vorläufige Endergebnis der Kommunalwahl wird erst Mitte der Woche nach dem Wahlsonntag vorliegen, betont die Stadt Kassel. Demnach werden am 14. März nur jene Stimmzettel ausgezählt, auf denen eine Liste (Partei) angekreuzt wurde. Stimmzettel, auf denen Kandidaten gestrichen wurden, auf denen Stimmen für Kandidaten gehäuft (Kumulieren) und an Bewerber verschiedener Listen vergeben (Panaschieren) wurden, werden erst ab Montag ausgezählt. 

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