NC Software AG: Betrieb bis Juli eingestellt - Kündigung für 30 Mitarbeiter

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Es geht abwärts: Die angeschlagene NC Software AG hat ihren Sitz in diesem Gebäude am Holländischen Platz. Weil es ein langfristiges Mietverhältnis gibt, plant die Firma, ihre Räume nach dem Auszug unterzuvermieten.

Kassel. Die NC Software AG am Holländischen Platz will ihr Geschäft bis zum Juli aufgeben. Diese Woche wurde den 30 Mitarbeitern des Softwarehauses die betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen.

Hintergrund für die geplante Schließung sei ein Auftragsmangel, sagte Vorstandsvorsitzender Ralph Brostmeyer auf HNA-Anfrage. Die Kündigungsfristen aller Mitarbeiter würden eingehalten. Das Arbeitsamt sei zur Vermittlung der betroffenen Arbeitskräfte eingeschaltet.

Ralph Brostmeyer

In die Insolvenz werde sein Unternehmen nicht gehen, sagte Brostmeyer. Alle Verbindlichkeiten seiner Firma seien abgedeckt. Es gebe ein finanzielles Polster, von dem die NC Software AG bereits ein Jahr lang zehre.

Vergangenes Jahr habe der wichtigste Kunde - nachdem er mit einer anderen Firma fusioniert war - seinen Vertrag mit der Kasseler Software-Schmiede gekündigt. Dieser Kunde aus dem Bereich der Automobilzulieferer habe 90 Prozent des Umsatzes ausgemacht. Diese Lücke habe nicht durch neue Aufträge aufgefangen werden können. Derzeit befinde sich die NC Software AG mit dem früheren Großkunden noch in einer gerichtlichen Auseinandersetzung wegen der Nichterfüllung von Verträgen.

Die drei Stellenanzeigen auf der Internetseite der Firma sind offenbar lange überholt. Denn die schlechte Geschäftslage der Firma muss sich schon vor Monaten abgezeichnet haben: 20 der einst 50 Mitarbeiter hatten selbst gekündigt, nachdem sie einen neuen Job gefunden hatten.

Brostmeyer berichtet, dass er die Firma die vergangenen zwölf Monate allein mit der Hoffnung auf einen Auftragszuwachs weitergeführt habe. Es habe Hinweise - auch aus der heimischen Wirtschaft - auf neue Aufträge gegeben. Diese hätten sich aber leider nicht konkretisiert. „Wenn langfristig nur noch fünf von 30 Mitarbeitern etwas erwirtschaften, dann müssen Sie irgendwann handeln.“ Weil es ein längerfristiges Mietverhältnis gebe, plant die NC Software AG, ihre Räume unterzuvermieten.

Hoffnung nicht begraben

Ganz will Brostmeyer die Hoffnung aber noch nicht begraben. Wenn sich die Auftragslage wieder verbessere, wolle der 64-jährige Geschäftsmann den Betrieb mit einer kleineren Belegschaft weiterführen: „Ich bin der Letzte, der dann nicht weitermacht. Ich stehe weiter zur Verfügung und bin auch bereit, weiter zu investieren.“

Mit dem Aus für die NC Software AG wiederholt sich für Brostmeyer die Geschichte. 2001 hatte die von ihm gegründete Firma „SBK Software + Systeme“ ihren Betrieb einstellen müssen. Damals waren 170 Mitarbeiter betroffen.

Von Bastian Ludwig

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