Neubau auf dem Weinberg soll Erlebnischarakter des Museums widerspiegeln

Treppe ins Märchenland: So soll das neue Grimm-Museum aussehen

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Treppe als Blickfang: Die Fassade des Grimm-Museums soll noch einmal überarbeitet werden. Die ursprüngliche Illustration des Entwurfs zeigt die Rückseite des Gebäudes. Der Eingang wird an der Weinbergstraße liegen.

Kassel. Eine Burg für die Märchenwelt: Der nun ausgewählte Entwurf für das Grimm-Museum auf dem Weinberg unterscheidet sich deutlich vom Entwurf der Kasseler Architekten Tore Pape. Mit seiner großen Freitreppe, der steinernen Fassade und dem begehbaren Dach ruft er Erinnerungen an Märchen wach.

Beide Entwürfe waren im Nachgang laut Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) noch einmal auf Herz und Nieren geprüft worden. Der Erlebnischarakter und die größere Durchlässigkeit im Innern hätten den Ausschlag gegeben, den Entwurf des Aachener Architekturbüros Kadawittfeld zu bauen. Dieser sei „wesentlich flexibler“ und entspreche dem Gedanken des Museums als Erlebniswelt.

Das zweigeschossige Gebäude ist mit einer Höhe von elf Metern deutlich niedriger als der Siegerentwurf (17 Meter). Dafür nutzt es das Grundstück voll aus. Da die Geschosse versetzt sind, können die einzelnen Räume eingesehen werden. Dies werde die Neugierde der Besucher wecken, sagte Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier. Sie sollen Appetit auf weitere Bereiche bekommen. „Uns ist wichtig, dass die Grimm-Welt als ein Raum wahrgenommen wird.“

Wie eine Skulptur: Das Modell zeigt, wie das Gebäude gegliedert ist.

Bei den Baukosten gibt es laut Nolda kaum Unterschiede. Finanzielle Aspekte hätten deshalb bei der Entscheidung keine Rolle gespielt. Ebenso wenig der Widerstand gegen die Pläne. Der Protest der Baugegner richte sich grundsätzlich gegen eine Bebauung des Weinbergs, die Art des Gebäudes spiele keine Rolle. Der Neubau ist mit neun Millionen Euro veranschlagt. Insgesamt sind rund 20 Millionen Euro für die Grimm-Welt auf dem Weinberg vorgesehen. Dass dort neben dem Museum für Sepulkralkultur gebaut werden soll, daran ließ der Baudezernent keinen Zweifel. „Wir halten diesen Standort für richtig“, sagte er.

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Bei der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse im Januar hatte sich Oberbürgermeister und Kulturdezernent Bertram Hilgen (SPD) noch eindeutig für den Siegerentwurf des Kasseler Architekten Tore Pape ausgesprochen. Gestern war – in Abwesenheit des OB – von einer einhelligen Entscheidung die Rede. „Es waren heftige Diskussionen“, sagte Stadtbaurat Nolda. „Wir brauchen die beste Lösung für die Stadt.“ Das letzte Wort hat der Magistrat. Er wird voraussichtlich am 26. April entscheiden. Wegen der erwarteten Zuschüsse der EU steht die Stadt unter Zeitdruck. Nach dem Magistratsbeschluss soll das Bebauungsplanverfahren zügig fortgeführt werden.

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