Bouffier stellte bei Sommerreise klar, dass 200 Mio. Euro für Museen und Bergpark erst mal reichen müssen

Sommerreise von Bouffier: Geld für Bergpark muss vorerst reichen

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Gut gelaunt: Auf seiner Sommerreise stattete Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gestern mit seiner Frau Ursula auch dem Bergpark einen Besuch ab. Für den Besucher wurden außerplanmäßig die Wasserspiele an einem Dienstag gestartet.

Kassel. Wenn Politiker ihre Sommerreisen absolvieren, läuft alles ritualisiert ab: Anreise mit dem Wahlkampfbus, Hände schütteln, die Nähe zum Volk suchen, Abreise unter Zeitdruck. So war es auch gestern, als Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im Bergpark Station machte.

Für den Besuch aus Wiesbaden gab es, zur Freude überraschter Touristen, außerplanmäßige Wasserspiele an einem Dienstag.

Am Herkules angekommen, ging Bouffier in den Nahkampf. Mit einer entwaffnenden Freundlichkeit ging er auf die Bergparkbesucher zu. Mit einer Familie aus dem rheinländischen Erkelenz kam er ins Gespräch. Als Bouffier weiterzog, sagte der Sohn zum Vater: „Der ist aber nett.“ Das Urteil des Vaters fiel nüchterner aus: „Das ist Politikshow“, erläuterte er dem Nachwuchs.

Auch für die Fragen der Journalisten war Zeit bei der Stippvisite. Auf die Frage, ob die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) mit dem Welterbestatus mehr Geld vom Land für die Unterhaltung des Bergparks bekomme, sagte Bouffier: „Wir geben 200 Mio. Euro für Kassels Kultur aus, das ist mehr als für jede andere hessische Stadt. So viel Geld gibt’s erst mal nicht mehr.“ Aber an der Denkmalpflege wolle seine Partei nicht sparen. „Wir werden uns auch weiterhin einbringen.“

Das hörte der anwesende MHK-Chef Bernd Küster gern, der bereits mit mehr Geld plant. Aus dem Investitionsprogramm des Bundesbauministeriums für Unesco-Welterbestätten werde Kassel sicher profitieren. Vergangenes Jahr hätten die bis dahin fünf hessischen Welterbestätten zusammen 30 Mio. Euro erhalten. „Wie viel Geld es zukünftig gibt, ist aber noch unklar.“

Das zusätzliche Geld werde für den Umbau des Besucherzentrums an der Endhaltestelle der Linie 1 benötigt. „Daraus soll ein Welterbeinfozentrum werden“, sagte Küster. Zudem werde Geld in mehr Parkaufsichten und eine mehrsprachige Parkbeschilderung investiert.

Bouffier, der seine Frau Ursula als Reisebegleitung mitbrachte, lauschte Küsters Erläuterungen und denen von Gerd Weiß, des Chefs der Landesdenkmalpflege. Der Denkmalpfleger pries den Herkules als „erste Monumentalfigur der Neuzeit“. Bouffier drehte sich zum Bauwerk um und blickte auf ein Baugerüst: „Aha“, entfuhr es dem Politiker. Bis 2015 sollen die Gerüste verschwunden sein, versprach Küster und tröstete Bouffier: „Ursprünglich war der Bergpark viel größer geplant, seien Sie froh, dass das nicht gebaut wurde.“

Auch Weiß hatte noch eine schöne Geschichte für den Ministerpräsidenten: Landgraf Karl habe sich im 18. Jahrhundert damit rühmen können, die höchste Fontäne der Welt zu haben. Heute müssen sich Herrscher etwas anderes einfallen lassen, um die Gunst des Volkes zu gewinnen.

Von Bastian Ludwig

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