Sommertheater: "Urfaust" an der Löwenburg wieder ab 25. Juni

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Probenarbeit fürs Sommertheater vor der Kulisse der Löwenburg: Von links Birte Leest (Mephisto), Enrique Keil (einer von drei Faust-Darstellern in Volker Schmalöers Inszenierung), Sabrina Ceesay (Gretchen) und Regieassistent Philipp Rosenthal. Foto:  Koch

Kassel. Ab Mitte nächster Woche weht wieder frühsommerliche Theaterluft auf dem Turnierplatz vor der Löwenburg im Bergpark Wilhelmshöhe: Wie im Vorjahr spielt das Staatstheater dort Goethes „Urfaust“ in einer Freiluft-Arena mit 600 Plätzen sowie auf dem angrenzenden Parkgelände.

Auch am Freitag liefen die Proben für die Wiederaufnahme. „Was wird denn hier gespielt?“, fragten immer wieder auswärtige Bergparkbesucher und musterten neugierig das große hölzerne Labyrith, das Bühnentechniker am Hang vor der Waldgrenze aufgebaut haben. Joachim Ernst gab geduldig Auskunft. Der technische Leiter der Sommertheaterproduktion ist mit seinen Leuten schon seit vier Wochen im Aufbau-Einsatz an der Burg. Ein kleines Zeltdorf, Toiletten- und Technikwagen rahmen die Open-Air-Bühne ein. Auch auf die Arbeit der Theaterleute habe sich das heftige Unwetter Anfang voriger Woche ausgewirkt, erzählte Ernst: „Der Hagel hat uns ein paar Zeltdächer zerhauen.“

Mit Ästen und Gestrüpp sei die gesamte Spielfläche übersät gewesen, zudem habe das Regenwasser den Turnierplatz in einen See verwandelt. Doch schon am übernächsten Tag sei die Fläche wieder gut benutzbar gewesen: Die Museumslandschaft Hessen Kassel habe schon vor Jahren für eine gute Drainage unter dem Platz gesorgt, so dass das Wasser recht schnell wieder ablief. „Im Großen und Ganzen hatten wir Glück“ sagte Ernst.

Was wäre, wenn ein solches Unwetter während einer der Vorstellungen niedergeht? Für den Fall von Wolkenbrüchen, Blitzschlaggefahr und Stromausfällen gibt es nach Angeben des technischen Leiters ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept: „Wir haben eine Reaktionszeit von sieben Minuten, dann sind Busse hier und evakuieren das Publikum“, sagte Ernst: „In einer guten halben Stunde ist das Gelände dann völlig leer.“ Wenn im Bereich der Parkbäume Blitzschlag drohe, würden die Besucher bis zur Bus-Abfahrt in den Innenhof der Löwenburg gebeten, wo sie vor solchen Entladungen sicher seien.

Wenn aber das Wetter bei den Theaterabenden wie erhofft sommerlich sei, empfehle es sich dennoch, eine warme Jacke dabei zu haben, rät Ernst: „Hier oben ist es spätabends merklich kühler als unten in der Stadt.“

Nicht nur an Unwettergefahren, auch an das Fußball-WM-Fieber des Publikums haben die Planer des Staatstheaters gedacht: „Wir haben die Zeiten so gelegt, dass jeder Fußballfan kommen kann, ohne auf wichtige Spiele verzichten zu müssen“, sagte Theatersprecherin Astrid Horst. Von elf Aufführungsterminen dürften lediglich zwei in nennenswerten Konflikt mit der WM-Konkurrenz geraten: eine der beiden Viertelfinal-Begegnungen am Samstag, 5. Juli, sowie das Spiel um Platz 3 am Samstag, 12. Juli.

Zum Auftakt am Mittwoch, 25. Juni, muss sich Goethes Dramaklassiker über den ruhelosen, an der Welt verzweifelnden Forscher Faust lediglich gegen die mäßig prickelnde Partie Schweiz gegen Honduras behaupten.

Von Axel Schwarz 

 Service

Die Vorstellungen an der Löwenburg beginnen jeweils um 21 Uhr - erstmals am Mittwoch, 25. Juni, die weiteren Termine sind der 5., 6., 11.,12., 18., 19., 20., 25., 26. und 27. Juli. Karten gibt es an der Theaterkasse, Tel. 0561/1094-222, sowie online unter www.staatstheater-kassel.de

Jeweils vor Beginn fahren zwischen 19.30 und 20.30 Uhr Zubringerbusse ab dem Parkplatz Ochsenallee (oberhalb der Tram-Endstation Linie 1) bis zur Haltestelle Fröbelseminar an der Hugo-Preuß-Straße. Von dort sind es etwa 600 Meter zu Fuß zur Löwenburg. Für Gehbehinderte wird ab der Ochsenallee ein Taxi-Shuttleservice zur Löwenburg und zurück eingerichtet. Die Busse halten auf ihrem Rückweg nach den Vorstellungen zusätzlich an der Straßenbahnhaltestelle Brabanter Straße der Linie 3. (asz)

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