Therme stellt auf Alternativen um – Sonnenstudios klagen über Verwaltungsaufwand

Sonnenbaden: Neue Solarien-Verordnung sorgt für Ärger und Aufwand

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Alternative Strahlen: Wo in der Kurhessen Therme früher Sonnenbänke standen, wurden inzwischen mehrere Kollagen-Strahler installiert, die für Wärme und eine straffere Haut sorgen sollen.

Kassel. Eine neue Solarien-Verordnung ärgert die Besonnungs-Branche. Nur mal kurz auf die Sonnenbank, um die Sommerbräune aufzufrischen – das ist ab November vorbei.

Denn dann sind ausführliche Beratungsgespräche mit geschulten Mitarbeitern Vorschrift. Doch was genau das Fachpersonal wissen muss, und wer die Schulungen anbieten wird, ist wenige Monate vor Inkrafttreten der Verordnung noch unklar. Deshalb baut die Kurhessen Therme alle ihre über 70 Sonnenbänke ab.

„Es wäre eine Zumutung für unsere Gäste, sich 20 bis 30 Minuten lang mit intimen Fragen löchern lassen zu müssen, bevor sie für einige Minuten auf die Sonnenbank dürfen“, sagt Michael Dunkel, Geschäftsführer der Kurhessen Therme. Denn laut Dunkel sind auch Fragen nach Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme vorgeschrieben. Dass die Geräte seit Anfang August nur eine Leistung von 0,3 Watt pro Quadratmeter Haut aufbringen dürfen, sei kein Problem. „Diesen Wert haben unsere Sonnenbänke ohnehin nicht überschritten“, sagt Dunkel.

Absperrband vor der Solarien-Grotte: In der Therme werden laut Geschäftsführer Michael Dunkel alle Sonnenbänke abgeschafft.

Nun werden Infrarotkammern und Kollagen-Strahler als Alternative installiert. Um die Kunden schrittweise an das Angebot zu gewöhnen, wurde Anfang des Jahres mit dem Umbau begonnen. Die letzten verbliebenen Sonnenbänke im FKK-Bereich werden in den nächsten Wochen abgebaut. Wer dennoch in die Therme geht, um Braun zu werden, soll künftig Spray-Tan-Kammern nutzen können, die künstliche Bräune auf die Haut sprühen.

Auch der Betreiber der fünf Yellow-Sonnenstudios in Kassel ist über die Regelung verärgert. „Die neue Verordnung is lückenhaft und kompliziert“, sagt Geschäftsführer Horst Rudelt. Zwar biete in den Yellow-Studios ohnehin geschultes Fachpersonal Beratungen an. „Doch keiner weiß, welche Schulungen oder Fortbildungen bis November erforderlich sind.“ Zudem erhöhe sich der Verwaltungsaufwand, weil für jedes Gerät eigene Mappen mit Protokollen angelegt werden müssen, statt vormals eine Mappe für alle Geräte.

Mit der Leistungsbegrenzung hat auch Rudelt kein Problem: „Wir haben vor fünf Jahren als Teil einer freiwilligen Zertifizierung auf schwächere Röhren umgestellt.“

Von Sebastian Lammel

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