Kasseler Herzspezialist Dr. Sons wechselt ins Diakonissen-Krankenhaus

Dr. Hermann Sons

Kassel. Dr. Hermann Sons, langjähriger Chefarzt der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Klinikum Kassel, wechselt im nächsten Jahr an die Diakonie-Kliniken. „Ab 1. Februar 2011 bin ich privatärztlich im Diakonissen-Krankenhaus tätig“, bestätigt der Herzchirurg den Wechsel.

Sons wird künftig mit seiner Sprechstunde in die Gefäßchirurgie integriert, die unter der Leitung von Professor Dr. Thomas Bürger steht. Der 62-jährige Herzspezialist freut sich auf die neue Aufgabe und sieht seine Fachkunde rund um die Gefäße im Brustraum als sehr gute Ergänzung im medizinischen Leistungsangebot der Diakonie-Kliniken an der Herkulesstraße im Vorderen Westen.

Bis Ende Januar 2011 ist Sons noch an das Klinikum Kassel gebunden. Das städtische Krankenhaus am Möncheberg im Stadtteil Fasanenhof hatte den 62-jährigen Herzchirurgen im Sommer fristlos entlassen. Im Juli dieses Jahres musste der anerkannte Herzspezialist, der seit dem Jahr 1994 in Kassel die Herzchirurgie mit aufgebaut hatte, seinen Arbeitsplatz räumen.

Hinter den Kulissen galt der Rauswurf des geachteten Chefarztes als weiterer Akt im seit Jahren andauernden Streit zwischen Klinikum-Vorstandschef Dr. Gerhard M. Sontheimer und vielen seiner leitenden Ärzte. Auch in der Öffentlichkeit und unter vielen Patienten des Herzchirurgen sorgte der Rauswurf kurz vor dem Ruhestand für Empörung. Zur Last gelegt wurden dem Chefarzt im Zusammenhang mit der fristlosen Kündigung fünf Jahre zurückliegende Ungereimtheiten bei der Rückzahlung eines Reisekostenvorschusses von 1000 Euro.

Zu einem Richterspruch kam es in dem folgenden Rechtsstreit vor dem Kasseler Arbeitsgericht jedoch nicht. Die fristlose Kündigung wurde nicht aufgehoben, wie von der HNA irrtümlich berichtet, sondern in eine betriebsbedingte Kündigung umgewandelt; der Mediziner bekommt auch nicht bis Ende 2011 Gehalt vom Klinikum. Sons erhält eine Abfindung vom Klinikum Kassel, die ebenfalls im Wege eines Vergleiches vereinbart wurde. Über deren Höhe dürfen die beiden Vertragsparteien keine Angaben machen.

„Wir möchten gern mit Dr. Sons zusammenarbeiten“, sagt der Geschäftsführer der Diakonie-Kliniken, Jens Wehmeyer. „Wenn das arbeitsrechtlich zum ersten Februar geht, dann sind wir dabei. Die Anfrage von Dr. Sons kam uns sehr gelegen.“ Der Mediziner werde das Team der Ambulanz im Bereich der Herz- und Gefäßmedizin komplettieren und eng mit dem Leiter der Kardiologie, Prof. Albrecht Vogt, zusammenarbeiten. Beide Mediziner haben schon am Klinikum Kassel zusammengearbeitet. Durch Sons werde auch die Versorgung des Gefäßzentrums erweitert, das zurzeit sehr lange Wartezeiten habe.

Von Jörg Steinbach und Ellen Schwaab

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