Klinikum Kassel

Sontheimer-Nachfolger gesucht: Posten soll bis Ende des Jahres vergeben werden

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Dr. Gerhard M. Sontheimer

Kassel. Nachdem die Wiederwahl von Dr. Gerhard M. Sontheimer, Vorstandschef des Klinik-Konzerns (GNH) gescheitert ist, wird ein Nachfolger gesucht. Der Posten soll bis Ende 2014 besetzt werden - Sontheimers Vertrag läuft Ende März 2015 aus.

Kassel. „Unser Ziel ist es gewesen, das Problem in der Führung zu lösen. Ein Teil davon ist uns jetzt gelungen“, sagt Matthias Dippel, Betriebsratsvorsitzender am Klinikum Kassel und Mitglied im Aufsichtsrat des Gesundheitskonzerns Gesundheit Nordhessen Holding. Damit meint er, dass die Wiederwahl von Dr. Gerhard M. Sontheimer, Vorstandschef des Klinik-Konzerns (GNH), am Dienstag auch im zweiten Wahlgang gescheitert ist (HNA berichtete).

Dem Vernehmen nach stimmten nicht nur die zehn Arbeitnehmervertreter, sondern auch vier Arbeitgebervertreter, darunter Landrat Uwe Schmidt und Kämmerer Dr. Jürgen Barthel (beide SPD), gegen den umstrittenen Klinikum-Chef – so wie bereits im ersten Wahlgang im April dieses Jahres – 14 zu 6 gegen Sontheimer. Sein Vertrag läuft damit am 31. März 2015 aus.

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Nun müsse man gemeinsam mit der Arbeitgeberseite einen adäquaten Nachfolger suchen, sagt Dippel. Dafür werde wohl ein Personalberater kontaktiert, um den richtigen Mann beziehungsweise die richtige Frau für die Spitze der GNH zu finden. Dippel bestätigt, dass Sontheimer im Vorfeld des zweiten Wahlgangs unterschiedlich intensive Gespräche mit allen Gruppen im Aufsichtsrat geführt habe, um für seine Wiederwahl zu werben. Aber ohne Erfolg.

Seine Gegner im Aufsichtsrat scheinen nach wie vor ein Grundproblem mit ihm zu haben: Sie werfen ihm vor, auf seinen Positionen starr zu beharren und nicht kritikfähig zu sein. Sontheimer habe immer nur wirtschaftlich gedacht, ihm fehle die soziale Kompetenz, um ein Großkrankenhaus zu führen.

Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD), Vorsitzender des Aufsichtsrates, hätte hingegen gern an Sontheimer festgehalten. Doch die zweite Stimme, die Kaiser bei Stimmgleichgewicht im zweiten Wahlgang hätte einsetzen können, kam nicht zum Zuge.

„Er war der richtige Mann für das Klinikum“, sagt Kaiser. Fachlich habe es an der Arbeit Sontheimers nichts auszusetzen gegeben.

Kaiser wünscht sich einen Nachfolger, der die inhaltliche Arbeit des abgewählten Klinik-Chefs fortsetzt. Im Personalausschuss werde man zunächst über das gewünschte Profil des künftigen Vorstandsvorsitzenden sprechen und dann eine Personalberatung einschalten.

„Wir haben ja noch ein bisschen Zeit und müssen niemanden aus dem Hut zaubern“, sagt Kaiser. Er habe sich allerdings das Ziel gesetzt, bis zum Jahresende einen Nachfolger zu haben. Dann habe man noch eine Übergangsfrist von drei Monaten, in der sich der neue Vorstandsvorsitzende einarbeiten könne.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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