Kritik am geplantem Teilverkauf von SWA-Pflegeheimen in den Stadtteilen Forstfeld und Fasanenhof

Sorge um den Betreuungsstandard

Kassel. Der geplante Teilverkauf der SWA-Seniorenheime im Fasanenhof und am Lindenberg stößt auf Skepsis und Kritik im Ortsbeirat Forstfeld. Der Betreuungsstandard könnte sinken, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter könnte sich verschlechtern, diese Sorge äußerten mehrere Gremiumsmitglieder während ihrer jüngsten Sitzung.

Auf eine einheitliche Protestlinie konnten sich die Ortsbeiratsmitglieder allerdings nicht einigen. Diese soll bis zur nächsten Sitzung gefunden werden.

Der Aufsichtsrat des Gesundheitskonzerns Nordhessen (GN), der die beiden Heime betreibt, hatte im Dezember 2012 beschlossen, einen Partner zu suchen, der rund die Hälfte der Geschäftsanteile und das Tagesgeschäft der Heime mit insgesamt 178 Bewohnern übernimmt. Wolfgang Schwarz, Geschäftsführer der SWA-Seniorenheime bemühte sich, Sorgen wegen einer möglichen Verschlechterung der Betreuungsqualität zu zerstreuen: Man suche einen Partner, der das bisherige Konzept fortführt. Für die Mitarbeiter werde sich bis Ende 2015 nichts ändern, das sei vertraglich zugesichert. Das betreute Wohnen der SWA werde wie bisher angeboten. Die Wohnungsgesellschaft GWG, die die Wohnungen stellt, habe schon signalisiert, dass sie kein Interesse an Veränderungen habe.

Allerdings könne der Gesundheitskonzern auf Dauer kein wachsendes Defizit bei den Seniorenheimen tragen. Deren Mitarbeiter kosteten den Konzern aufgrund tariflicher Bindung bis zu 50 000 Euro, in Konkurrenzbetrieben seien es häufig nur maximal 38 000 Euro.

Sascha Gröling (SPD) äußerte Zweifel, ob ein neuer Betreiber besser wirtschaften kann. „Welches Unternehmen soll zwei Prozent Rendite schaffen, wenn das der GN nicht gelingt?“, sagte er. Die Suche nach einem strategischen Partner bedeute nur, dass der Konzern die SWA-Mitarbeiter im Lohn drücken wolle, sagte Jürgen Vöckel (SPD). Er zweifelte auch an, dass es ein wachsendes Defizit gebe. Da müsse die GN ganz andere Häuser verkaufen. Wie Vöckel äußerte auch der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Manfred Aul, die Sorge, dass die Betreuungsqualität unter einem neuen Betreiber leiden könnte. Die Senioren müssten auf Veränderungen vorbereitet werden.

Ein Vorstoß von Vöckel, die Stadtverordneten im Aufsichtsrat des Gesundheitskonzerns zu verpflichten, gegen Änderungen im Betriebsablauf der SWA-Pflegeheime zu stimmen, fand keine Mehrheit. Das stehe dem Ortsbeirat nicht zu, sagte Esther Kalveram (SPD). (pdi)

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