Niederlassung der spanischen Santander Bank beruhigt Kasseler Kunden

Prominente Adresse: Die Santander Consumer Bank unterhält eine Filiale am Kasseler Königsplatz. Foto:  Heise-Thonicke

Kassel. Seit sich in der vergangenen Woche die Schlagzeilen über Spaniens Finanz- und Bankenkrise überschlagen, schrillen auch bei vielen Privatanlegern in unser Region die Alarmglocken. Auch bei Katharina H. aus Kassel.

Die 75-Jährige ist seit vielen Jahren Kundin der Santander Bank, die auch in der Kasseler Innenstadt eine Geschäftsstelle betreibt. Zurzeit hat sie hier rund 20 000 Euro fest angelegt.

Eva Raabe, Leiterin der Verbraucherberatung in Kassel, bekommt häufiger Anrufe von besorgten Kunden ausländischer Banken. „Santander zum Beispiel bietet interessante Zinssätze an“, weiß sie. Und bei Santander sei die Haftung wie bei jeder anderen deutschen Bank, erläutert sie besorgten Anlegern.

„Unsere Kunden können beruhigt sein“, sagt René Hartmann, Pressereferent der Santander Consumer Bank. Denn in Deutschland gebe es viele Sicherheitsvorkehrungen, und die Santander Consumer Bank AG sei ein deutsches Institut, das deutschem Recht unterliege. So gehöre die Bank, die eine unabhängige Tochter der spanischen Banco Santander sei, der gesetzlichen Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) an. Darin sind Einlagen bis 100 000 Euro pro Kunde abgesichert. Das schreibt das deutsche Einlagerungs- und Anlegerentschädigungsgesetz vor.

Zudem sei die Santander Consumer Bank dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angeschlossen. In diesem freiwilligen Sicherungsnetz privater Banken sind Kundeneinlagen pro Anleger in Höhe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank abgesichert. Die Santander Consumer Bank ist eins von rund 170 Geldinstituten, die diesem Einlagensicherungsfonds angehören.

Den meisten Kunden sei dies bekannt. „Von einer Verunsicherung der Kunden spüren wir nicht wirklich etwas“, sagt Hartmann. Wer Fragen habe, könne sich beraten lassen.

Ben Fischer von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erläutert, für die Santander Consumer Bank oder auch die Hypovereinsbank, die Tochter der italienischen Unicredit-Bank ist, gelten die gleichen Regeln wie für andere deutsche Banken auch. Was den freiwilligen Einlagensicherungsfonds angehe, so gebe es für diese Leistungen jedoch keinen Rechtsanspruch. Im Schadensfall habe das Sicherungsnetz der privaten Banken bisher aber immer gezahlt.

Eva Raabe fügt hinzu: „Was im schlimmsten Fall passieren kann, wissen wir alle nicht, zum Beispiel, wie weit die Einlagensicherung ausreicht.“ Grundsätzlich empfiehlt die Verbraucherberaterin, nicht alles bei einer Bank anzulegen und keine Anleihen und Zertifikate zu kaufen. (hei)

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