Chaos in Harleshausen und Kirchditmold befürchtet

Ab Montag sind Tulpen- und Rasenallee gesperrt: Sorge vor dem Verkehrsinfarkt

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Offener Blick in den Bergpark: So soll der Bereich am Besucherzentrum / Endhaltestelle Linie 1 künftig aussehen. Eine großzügige Treppe führt in den Park hinüber. Die Straße ist im selben Beigeton gehalten wie die Gehwege.

Kassel. 7500 Fahrzeuge rollen täglich über die Tulpenallee. Ab kommenden Montag müssen sich die Fahrer für zwei Monate einen anderen Weg suchen: Die Tulpenallee oberhalb des Schlosses Wilhelmshöhe bis zum Ortseingang Harleshausen wird ab 29. August gesperrt.

Ebenso die Rasenallee hinter Harleshausen bis zur Kreuzung mit der B 251.

Wie berichtet, soll die Fahrbahn in den beiden Abschnitten erneuert werden. Die Landesstraße 3217 ist in diesen Bereichen zuletzt vor 30 Jahren instand gesetzt worden. Die Baukosten von 1,4 Mio. Euro trägt das Land Hessen.

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Die Umleitung während der bis Ende Oktober angesetzten Bauarbeiten führt durch Harleshausen und Kirchditmold. Dort gibt es schon jetzt im morgendlichen Berufsverkehr auf der Harleshäuser Straße oft nur ein zähes Durchkommen. „Der zusätzliche Verkehr durch die Vollsperrung könnte zu einem totalen Zusammenbruch führen“, befürchtet der Harleshäuser Ortsvorsteher Reinhard Wintersperger (SPD).

Wintersperger vermutet, dass infolge der Sperrung der Schleichverkehr durch die Wohngebiete zunehmen wird, weil Autofahrer die verstopfte Harleshäuser Straße umfahren wollen. „Viele fahren schon jetzt Zickzack durch die schmalen Straßen, um neuralgische Punkte zu vermeiden.“ Ein Nadelöhr seien auch die Loßberg- und Heßbergstraße.

Elisabeth König (Grüne), Ortsvorsteherin in Kirchditmold, sieht zwar während der Sperrung auch mehr Verkehr auf den Stadtteil zukommen. „Dabei sollten wir aber im Hinterkopf haben, wozu die Sperrung mittelfristig dient.“ Schließlich bezwecke der Umbau der Tulpenallee, dass die Straße dem Weltkulturerbe-Anspruch des Bergparks gerecht werde. „Ich glaube, dass viele Kasseler das befürworten.“ Eine Verkehrsberuhigung im Bereich des Parks halte sie für sinnvoll, sagt König.

Ihr Amtskollege Reinhard Wintersperger betont hingegen, dass man protestieren werde, falls das Verkehrsaufkommen auf der Tulpenallee dauerhaft verringert werden solle und Harleshausen das ausbaden müsse.

Von Katja Rudolph

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