Rund ums Philipp-Scheidemann-Haus tut sich nichts - Ortsbeirat fordert Sauberkeit

Sorge wegen Schandfleck

Nichts passiert: Das Parkhaus am Philipp-Scheidemann-Haus ist 2008 wegen Vandalismus und mangelnder Verkehrssicherheit geschlossen worden. Geschehen ist bislang nichts, kritisiert der Ortsbeirat. Archivfoto: Fischer

Nord-Holland. Es hat zahlreiche Gespräche und Versprechen gegeben, Ingenieure und Planungsbeamte waren mehrfach vor Ort, sogar Workshops sind schon geplant gewesen - passiert ist aber nichts. Das 2008 wegen Vandalismus und mangelnder Verkehrssicherheit geschlossene Parkhaus am Philipp-Scheidemann-Haus in der Kasseler Nordstadt verwahrlost weiter.

„Das ist schon traurig“, sagt Monika Sprafke, Ortsvorsteherin in Nord-Holland. Es sei inzwischen schon so weit, dass sie während des vergangenen Nordstadtflohmarkts direkt auf den Schandfleck angesprochen worden sei. Eigentlich hätte die Tiefgarage schon längst für 60 000 Euro von der Stadt renoviert werden sollen, hieß es zu Beginn des Jahres (wir berichteten). „Es war sogar eine Pressekonferenz einberufen worden“, erinnert sich Sprafke. Diese sei jedoch kurzfristig abgesagt worden.

Der Ortsbeirat fordert jetzt den Magistrat der Stadt Kassel auf, das Parkhaus zu renovieren und der Bevölkerung wieder zugänglich zu machen oder alternative Nutzungskonzepte vorzulegen. „Das Geld ist ja noch im Haushalt“, sagt die Ortsvorsteherin. Sorgen bereitet den Mitgliedern des Ortsbeirats auch das Umfeld des Bürgerhauses an der Holländischen Straße. „Ich werde immer häufiger darauf angesprochen, wie wild es rund ums Philipp-Scheidemann-Haus aussieht“, beklagt sich Sprafke.

Dank seines großen Saals und zahlreicher Schulungsräume wird das 1962 eröffnete Gebäude bei Veranstaltungen auch von vielen Gästen aus anderen Stadtteilen und dem Landkreis Kassel besucht.

Dennoch: Egal ob wilder Müll hinter dem Haus, Schmutz auf dem Vorplatz oder wucherndes Unkraut - keiner fühle sich dafür zuständig, klagt Sprafke. „Wir werden von einem Amt zum nächsten verwiesen und landen am Ende wieder da, wo wir begonnen haben“. 2009 hatte der Ortsbeirat den Magistrat schon einmal aufgefordert, die Zuständigkeit festzulegen. Passiert sei aber auch hier nichts, sagt Sprafke.

Deshalb fordert der Ortsbeirat vom Magistrat, dass festgelegt wird, wer für die Sauberkeit im Umfeld des Philipp-Scheidemann-Hauses zuständig ist.

Wenn es nach Monika Sprafke geht, möchte sie beim nächsten Nordstadtflohmarkt, der zweimal jährlich vom DRK-Stadtteiltreff Mombach und Jafka veranstaltet wird, nicht mehr auf den Schandfleck des Stadtteils angesprochen werden.

Von Sebastian Schaffner

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