Bewohner des Wohnstifts am Weinberg üben Kritik an geplanten Museumsneubauten

Sorge um Weinbergpark

Streitbar: Senioren, die im Wohnstift am Weinberg leben, haben im Rathaus ihre Kritik an einer Bebauung des Weinberg geäußert. Unser Foto zeigt von links: Liselotte Neumann, Gisela Neumann, Anne Ziegler, Barbara Habert, Wohnstift-Hausmeister Peter Koch, Edelgard Mumberg, Günter Dams, Dr. Irene Haan von Brehm und Gerda Sande. Foto: Hein

Kassel. Noch bis zum 14. Oktober liegt im Rathaus öffentlich der Bebauungsplan für den neuen Museumspark mit den Neubau-Projekten Tapetenmuseum und Brüder-Grimm-Welt auf dem Weinberg aus. Eine Gruppe von Bewohnern des benachbarten Wohnstifts am Weinberg hat die Gelegenheit genutzt, um Kritik an den Plänen gleich vor Ort, im Planungsamt, zu äußern.

Sie befürchten Beeinträchtigungen ihrer Wohnqualität durch erhöhtes Fahrzeugaufkommen. 100 000 Besucher werden für die zwei Museen pro Jahr erwartet. Für die Senioren ist es eine Horrorvorstellung, dass in Zukunft so viele Menschen die Weinbergstraße passieren und sogar mit Bussen vorfahren könnten. Barbara Habert fürchtet zudem, über einen langen Zeitraum eine Baustelle mit Lärm und Schutt direkt vor der Haustür zu haben. „Es kann nicht sein, dass wir und unsere Bedürfnisse komplett übergangen werden“, formulierte Dr. Irene Haan von Brehm, die auch im Heimbeirat ist, ihre Kritik.

Noch mehr liegt den Bewohnern die Qualität des Weinbergparks am Herzen. Sie haben Angst, dass durch die Bebauung ein attraktives innerstädtisches Naherholungsgebiet zerstört wird, das auch von den 150 Wohnstiftbewohnern, die nur 200 Meter entfernt wohnen, stark frequentiert wird.

„Wir hörten, dass für den Bau alte Bäume gefällt werden sollen, das darf doch nicht sein“, sagte Anne Ziegler. Als Gesprächspartner standen den streitbaren Senioren Carl Flore und Marie-Ann Rox vom städtischen Planungsamt zur Verfügung. Rox erklärte, sie sehe die Kombination von Park und Museen als große Bereicherung an: „Andere Standorte gibt es außerdem nicht.“ Auch Flore machte keinen Hehl daraus, dass er die Pläne attraktiv findet. Die 15 Architekturbüros, die sich jetzt am Wettbewerb um die Planung des neuen Grimm-Museums beteiligen, seien begeistert von dem „hervorragenden Standort“. Und ja: Einige Bäume müssten gefällt werden, sie seien an dieser Stelle nicht geschützt.

„Den Plan hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen“, sagte Flore. Mit den schriftlich formulierten Einwänden der Kritiker müssten jetzt die Stadtplaner umgehen. (chr)

Mehr Informationen zum Weinberg gibt es im Internet unter: http://regiowiki.hna.de/Weinberg

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