Tohr GmbH ist Weltmarktführer bei internationalen Überführungen von Verstorbenen

Sie sorgen für Heimkehr

Weltmarktführer bei internationalen Überführungen von Verstorbenen: Die Kasseler Tohr GmbH. Im Bild ein Teil des Teams mit (von links) Geschäftsführer Dominik Kracheletz, Manuel Meyer, Maximilian Cling, Olga Schvrov, Mandy Breitenstein, Marina Wienchol und Lukas Hartwig. Foto: Koch

Kassel. Europäische Länder, China, USA, Südamerika – das Unternehmen an der Arndtstraße 23 A im Blücherviertel ist weltweit engagiert. Der Anlass für die geschäftlichen Aktivitäten ist stets traurig: Die Tohr GmbH ist Weltmarktführer bei Rückholungen und internationalen Überführungen von Verstorbenen.

Dass die Menschen immer mobiler sind und die Welt immer kleiner wird, bemerkte Firmengründer Dominik Kracheletz vor vielen Jahren. „Die Idee ist im Bestattungshaus gewachsen“, erinnert sich der Chef des traditionsreichen Kasseler Bestattungsunternehmens Kracheletz. Zunächst hatte er nach vielen weltweiten Überführungen daran gedacht, eine Auslandsabteilung einzurichten. Gegründet wurde dann im Jahr 2000 die selbstständige Firma Tohr. Der Name ist die Abkürzung für „Transportation Of Human Remains“, also die Überführung von menschlichen Überresten.

„Seit vier Jahren sind wir Weltmarktführer“, sagt Kracheletz. Um mehr als 1000 Fälle kümmern sich die 20 festen Mitarbeiter jährlich. Es gibt eigene Niederlassungen in Österreich, der Schweiz, Italien und der Türkei, in Spanien und auf den Balearen, weltweit hilft ein dichtes Netz von Kooperationspartnern.

Hervorragende Kontakte zu Botschaften, Konsulaten und Ämtern sind wichtig, um die Aufträge schnell und diskret ausführen zu können. Die Überführungsexperten kümmern sich auch um den in manchen internationalen Fällen exzessiven Papierkrieg, um Dokumente, beglaubigte Übersetzungen und Urkunden. „Dokumente sind fast wichtiger als der Leichnam“, weiß Kracheletz aus langjähriger Erfahrung.

Je nach Aufwand kann eine Überführung etwa aus dem Fernen Osten oder dem letzten Winkel der Welt bis zu 20 000 Euro kosten. Für kürzere Inlandsüberführungen beginnen die Preise bei 1000 Euro. Tohr vereinbart Festpreise für die Überführungen und garantiert diese Preise den Kunden aus Versicherungen und Bestattungsinstituten. Diese Verbindlichkeit sieht der Chef zusammen mit der absoluten Zuverlässigkeit seines Teams als die entscheidenden Gründe für den Erfolg des Unternehmens, das annähernd sechs Millionen Euro Jahresumsatz erzielt. Rund 750 000 Kilometer jährlich legen die Mitarbeiter mit Spezialfahrzeugen bei Überführungen auf der Straße zurück. Hinzu kommen rund drei Millionen Flugkilometer, um Verstorbene auch aus weit entfernten Ländern zurück nach Deutschland zu holen.

In der nächsten Folge geht es um die Herkules Reha GmbH, die Hublifte und Aufzüge für Menschen mit Behinderungen herstellt.

Von Jörg Steinbach

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